Keine Angst vor Fünfzig

Wie ist das, wenn ich nun vielleicht einen neuen Job suchen muss? Bislang heißt es doch, dass es schon ab 40 schwierig ist. Ich bin selbst für HR in unserer kleinen Firma zuständig, ich würde lieber eine Frau ab Mitte 40 einstellen statt eine jüngere, denn die bekommt sicher keine Kinder mehr.

Aber erst einmal muss ich keinen neuen Job suchen und ich will auch keinen.

Weil es schwer ist neue Aufträge zu generieren und weil die alten Projekte auslaufen, wird die Arbeit bei uns einfach weniger und die Einnahmen werden geringer. Also müssen wir Personalmaßnahmen ergreifen, wie das so schön heißt. Ich hatte meinen Chef bereits vor etwa zwei Wochen darauf angesprochen, damals sind wir aber noch nicht in die Details eingestiegen. Er meinte nur, dass mein Job gesichert sei, aber wenn ich mich anderweitig umschauen würde, könnte er das verstehen. Daraufhin hatte ich ihm erklärt, dass ich das nicht vorhabe, dass es aber schön wäre, wenn ich eigene Projekte machen könnte und dafür die Arbeitszeit reduzieren könnte. Ich hätte dafür alle Freiheit, sagte er dazu.

Gestern kam mein Chef dann wieder auf mich zu, nachdem er die aktuellen Quartalszahlen gesehen hatte. Er ist bereits in Gesprächen, ob wir vielleicht für Geschäftspartner administrative und kaufmännische Serviceleistungen neben der Bürovermietung anbieten können. Das würde die Arbeitsplätze zumindest zum Teil sichern… wir werden sehen. Er sprach aber auch noch einmal an, dass ich mich darum kümmern sollte, freiberuflich tätig zu sein.

Na dann werde ich mich mal darum kümmern. Daneben hätte ich aber auch gerne Zeit für mich, Zeit zum Schreiben und für Recherche, was ich vielleicht doch noch anderes tun kann. Küchenplanung mache ich total gern, bislang zwar nur bei meinen eigenen Küchen, aber das waren immerhin schon sieben. Es waren zwar immer Ikea-Küchen und Ikea hat sich auch in den 20 Jahren erheblich verändert, aber es waren oft schwierige Altbauverhältnisse oder jetzt ein Dachgeschoss. Ich bin auch immer total unzufrieden, wenn ich in einer Wohnung leben muss, in der die Küche schon drin ist, besonders wenn diese nicht perfekt ist.

Und dann möchte ich ja gerne ins Ausland, da weiß ich aber immer noch nicht wohin. Vielleicht nach Malta oder Südafrika, das wäre einfach mit der Sprache. Kalifornien oder Hawaii wäre auch genial, aber das wird es zu schwierig mit der Aufenthaltsgenehmigung. Kanada ist mir zu kalt, ich will irgendwohin wo es warm ist.

Ich weiß nicht genau, ob ich einfach anbieten soll, unbezahlten Urlaub zu nehmen, bzw. mein Soll auf eine flexible, aber effektiv 4-Tage-Woche zu vermindern. 20 % vom Bruttogehalt sind ja nicht gleich 20 % vom Nettogehalt, das ist ja etwas weniger Verlust. Trotzdem ist der Schritt, dieses Angebot zu machen schwer für mich. Dann ist es nämlich klar, definitiv weniger Geld zu haben. Ich werde darüber weiter nachdenken, momentan ist sowieso noch keine schnelle Entscheidung gefragt.

Auf jeden Fall will ich mehr darauf achten, das zu tun, was mir wirklich Spaß macht und gut tut. Ich hatte zwar nie Jobs, die mir gar nicht lagen, aber ich möchte jetzt einfach mehr auf mich achten. Das Leben könnte kurz sein, das weiß man ja nie im voraus.

2 Gedanken zu „Keine Angst vor Fünfzig

  1. Das Leben ist auf jeden Fall zu kurz, um sich zu plagen.
    Ich sage mir immer „lebe deinen Traum“.
    Was natürlich nicht immer geht. Aber manchmal muss man es einfach tun.
    Es reichen ja schon kleine Schritte. Man muss ja nicht gleich in die Vollen gehen.

    Ich drück dir jedenfalls die Daumen.

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