Warten auf …

Gestern haben wir uns erst bei Rebekka auf den üblichen Mädelsabend, diesmal mit Mumm und Champagner getroffen. Wie das so ist, sind wir natürlich nicht zeitig genug los gekommen und der Taxifahrer hat sich dann auch noch verfahren. Als wir am Club ankamen, gab es schon eine Schlange vor der Tür. Die Schlange erschien uns nicht so lang, aber es dauerte letztendlich fast eine Stunde, bis wir hinein konnten.
Als wir ankamen überlegten wir schon, ob es Sinn machen würde, sich anzustellen. Es war immerhin ganz schön kalt und vorm Eingang vom Club noch nicht einmal windgeschützt. Wir waren ja extra dort mit dem Taxi hin gefahren und in der Nähe gab es eigentlich nur ein akzeptables Kneipenrestaurant. Wir hatten uns dann auf etwa eine Viertelstunde Warten eingestellt. Am Eingang zum Club tat sich so gut wie nichts, also haben wir besprochen, was zu tun sei. Da die Schlange aber inzwischen noch länger war, wollten wir unseren Platz auch nicht aufgeben, um uns dann eine Stunde später vielleicht wieder anstellen zu müssen.
Nach weiteren 20 Minuten hatten wir nur noch vier Leute vor uns und dachten natürlich, das würde jetzt ganz schnell gehen. Doch wir hatten nicht mit den Leuten, die anscheinend auf einer Gästeliste standen, gerechnet. Bevor die vier Leute vor uns und endlich wir eingelassen wurden, kamen nämlich noch zwei mal vier Leute einfach von der Seite an, klopften an die Tür und wurden eingelassen. Irgendwie sollte ich vielleicht doch mal versuchen, eine wesentliche Person dort kennenzulernen, dass wir das nächste Mal auch gleich eingelassen werden.
Warten ist so eine unnütze Zeitverschwendung, man verbringt leider zu viel Zeit damit. Und es ist nervenaufreibend. Wir hätten ja unsere Themen von vorher vertiefen können, aber irgendwie waren wir dazu nicht in der Lage. Das Warten wurde zum Thema und der Ärger darüber, dass einige Leute bevorzugt behandelt wurden.
Mein bester Freund Joachim ist auch so ein Kandidat, der mich grundsätzlich warten lässt. Nein, das ist sicher nicht gewollt von ihm, aber er schafft es einfach nicht, sich so zu organisieren, dass er pünktlich ist. Es ist ja auch nicht okay, wenn man jemanden daheim besucht und vor der vereinbarten Zeit ankommt. Aber die deutsche Mentalität gebietet Pünktlichkeit. Privat muss das nicht auf die Minute sein, doch länger als zehn Minuten sollte man niemanden warten lassen. Mit Joachim mache ich das inzwischen so, dass ich ihm eine Uhrzeit sage, die 15 bis 30 Minuten vor der vereinbarten Zeit liegt. Das klappt dann recht gut.
Beim Arzt zu warten ist auch so eine Sache, auf eine halbe Stunde muss man sich meist einstellen. Aus dem Grund mache ich dann möglichst einen Termin gleich zu Beginn der Sprechstunde. Doch selbst da hatte ich schon Pech, weil meine Ärztin mit dem Auto im Stau stand. Die einzige Praxis, die ich kenne, die es gut organisiert bekommt, ist meine Zahnarztpraxis. Dort warte ich, wenn überhaupt, zehn Minuten. Und wenn sich bei denen etwas verschiebt oder verzögert, dann sind die so nett und rufen mich an, ob ich früher oder später kommen kann.
Auf den Anruf von einem Mann warte ich nicht mehr. Wenn ich meine, dass ich ihm etwas zu sagen habe, oder mich verabreden will, dann rufe ich ihn an.
Frech finde ich, wenn Geschäftspartner mich abends nicht mehr im Büro erreichen und dann auf dem Handy anrufen. Die Sachen könnten immer bis zum nächsten Morgen warten, bzw. müssen sie auch, da ich die Unterlagen aus dem Büro natürlich nicht mit nach Hause nehme.
Eine Unsitte ist auch, wenn man auf eine private Party eingeladen ist und es nicht z. B. „ab 21 Uhr“ sondern „um 21 Uhr“ heißt, extra eine Stunde später hin zu gehen. Letzen Silvester war ich selbst Leidtragende davon. Damals war ich noch mit Roland zusammen und wir hatten unsere 20 Gäste für 21:00 Uhr eingeladen. Es war ausgemacht, dass jeder Gast etwas für das Buffet mitbringt. Die Nachspeise war pünktlich, aber die Suppe erschien dann doch endlich gegen 22:45 Uhr. Der Großteil der Gäste kam zwischen 21 und 21:30 Uhr, die restlichen Gäste verteilten sich auf die Zeit bis 22:45 Uhr. Und alle kamen mit Hunger, da sie ja von dem gemeinschaftlich erstellten Buffet essen wollten.
Ich weiß jetzt jedenfalls, wen ich zu solchen Events nicht mehr einladen werde. Ich will nicht noch einmal zu hören bekommen, dass es ja nicht notwendig ist, auf eine Silvesterparty so früh zu gehen, weil man ja doch lange feiert. Wenn man ausmacht, dass jeder etwas zum Buffet beisteuert, dann sollte Pünktlichkeit selbstverständlich sein. Trotzdem hatten wir bis 5 Uhr gefeiert und die Suppe wurde zum Nach-Mitternachts-Snack. Allerdings war davon über die Hälfte übrig geblieben, da nicht mehr alle davon gegessen hatten.

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