Haare schneiden

Wie intim ist das eigentlich, Haare schneiden?

Ich schneide ja gerne Haare, Kurzhaarschnitte eben. Das macht Spaß, ab und zu habe ich da Lust drauf, aber es sollte eben nicht in Arbeit ausarten. Das mache ich üblicherweise bei meinem Freund und vielleicht noch bei guten Freunden. Da die meisten nicht wissen, dass ich das kann, ist die Nachfrage danach nicht groß.

Mein Ex-Freund, Roland, hat aber wieder nachgefragt. Nachdem er nach der Trennung letzten Sommer zu Anfang wieder zu seinem Friseur gegangen ist, hatte er mich Anfang dieses Jahres dann das erste Mal gefragt, ob ich ihm nicht wieder die Haare schneiden könnte. Er sah – wie ich fand – auch echt schlimm aus und meinte „du kannst das besser“. Ich weiß ja nicht, zu wem er da geht und 34 Euro finde ich jetzt für einen Herrenhaarschnitt auch nicht wirklich billig. Also brachte ich mein Werkzeug mit, als ich das nächste Mal zu ihm zum Arbeiten kam.

Es machte richtig Spaß, ihm wieder eine passende Frisur zu seiner beginnenden Pleete zu verpassen. Ich hatte vorher schon angekündigt, dass die Haare deutlich kürzer werden würden und er wirkte sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ihm den Nacken auszurasieren fand ich dann nicht so toll. Er musste sein Shirt ausziehen, da sich der Haarwuchs ziemlich weit runter zieht. Als Gegenleistung wollte er mich dann mal zum Essen einladen.

Vor etwa sechs Wochen hatte er dann das nächste Mal gefragt, ob ich ihm wieder die Haare schneiden würde. Da hab ich ihn – mangels Zeit – zum Friseur geschickt, ich meinte, er könne ja mal den ausprobieren, zu dem ein Freund von uns geht. Wenn er sagen würde, dass der letzte Schnitt fünf Wochen her sei, wäre das ja nicht so schwer, das wieder genauso hinzukriegen. Danach war er dann auch recht zufrieden und ich fand auch, dass es gut aussah.

Nun hat er wieder gefragt, ob ich ihm die Haare schneide. Ich hätte heute zwar Zeit, aber echt keine Lust, ihm wieder den Nacken auszurasieren. Außerdem hatte er mich wegen des letzten Haarschnitts noch nicht zum Essen eingeladen. Ich habe auch nicht wirklich Lust, mit ihm Essen zu gehen, so viel zu sagen haben wir uns nun nicht mehr. Also schob ich erst einmal mangelnde freie Termine vor und sagte ihm, er solle besser zum Friseur gehen. Auf das Thema Essengehen hatte ich jetzt keinen Nerv. Vielleicht sollte er besser mein Fahrrad warten, als Ausgleich für den letzten Haarschnitt. Ja, das ist eine gute Idee.

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Ein Gedanke zu „Haare schneiden

  1. ich erlebe das haareschneiden auch oft als etwas intimes und besonders das abschließende massieren der kopfhaut. frage: kann man als ausführende das gefühl der körperlichen nähe ausblenden?
    deshalb würde ICH dies nähe zu einem ex nicht haben wollen.

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