Honeymoon-Cystitis – jetzt hab ich sie doch, seufz!

Und jetzt hab ich sie doch, die Honeymoon-Cystitis. Die braucht frau nun wirklich nicht!

Nach den ersten Anzeichen am Sonntag, bin ich dann am Montag früh gleich zum Arzt. Der Befund war wie erwartet positiv, also Antibiotikum und Sex-Pause. Außerdem riet mir mein Arzt, Hans auch zum Arzt zu schicken. Es könne sein, er hätte auch eine Harnwegsinfektion.

Tagsüber ist es immer schwierig, Hans zu erreichen. Also habe ich ihm eine whatsapp geschickt, dass er mich bitte dringend anrufen möge. Gegen Mittag hat er sich dann gemeldet. Ich schilderte ihm die Situation und er sagte, er würde einen Arzttermin machen.

Abends telefonierten wir und er erzählte, er würde Donnerstag (!) zum Arzt gehen. Dazu sagte ich dann nichts. Es scheint ihm nicht so wichtig zu sein, oder was soll ich darüber denken?

Dienstag und Mittwoch hatte ich keine Zeit für ihn, also haben wir uns nicht gesehen.

Donnerstag hatte er mir direkt nach dem Arzttermin eine whatsapp geschickt „keine Angst mehr haben“, dazu viele Smileys.

Ich antwortete „da bin ich aber froh“ und fragte, ob er abends zu mir kommen würde. Dazu setzte ich ein Glas Wein und nen Knutscher.

Er schickte darauf ein Herz, High Heels und einen Teufel.

Mir war schon klar, was er meinte, ich solle einen Rock und High Heels anziehen. Darauf steht er und ich fühle mich damit auch immer echt sexy. Das fand ich jetzt aber gar nicht passend. Immerhin stand ich noch unter Antibiotikum und hatte erst für Freitag meinen Kontrolltermin, es fühlte sich auch noch gereizt an.

Um die Sache also abzuschwächen, scherzte ich „du kommst besser nicht auf High Heels, sondern mit dem Bike, Honey“.

Meinen Humor verstand er nicht. Er meinte seine Emoticons erläutern zu müssen. „Hm, die Kommunikation müssen wir noch verbessern. In Worten wollte ich vielleicht so etwas sagen, wie: ich liebe dich, deine hohen Schuhe und freue mich schelmisch auf neckische Spiele.“

Geht’s noch? Ich war sprachlos, antwortete nicht. Mir geht es immer noch nicht gut. Das weiß er allerdings nicht, weil er nicht nachgefragt hat. Er weiß aber – wobei die Frage ist, ob er sich das gemerkt hat – dass ich erst Freitag den Kontrolltermin habe. Außerdem war es das erste „ich liebe dich“ – das geht mir etwas zu schnell.

Als er Donnerstag ankam, war ich ganz normal in Jeans und T-Shirt. Er küsste mich heftig, versuchte mich schon im Flur auszuziehen. Ich schob ihn weg „sag mal, geht’s noch?“. Er guckte mich verständnislos an. „Baby, mir geht’s immer noch nicht wieder richtig gut.“

Er darauf „das kann doch nicht sein, bei anderen Frauen ist das immer sofort weg, wenn sie ein Antibiotikum nehmen“.

Boah, war ich sauer. Erstens über die Gedankenlosigkeit und damit verbundene Rücksichtslosigkeit und dann über die „anderen Frauen“, das hätte er sich echt sparen können.

Ich erklärte ihm, dass es nicht sicher sei, dass die Cystitis schon vorbei sei, morgen sei erst der Kontrolltermin.

Ja, aber ich würde ihn so anmachen und ich würde das doch auch immer genießen und dann könnten wir doch, auch ohne miteinander zu schlafen, andere Sachen machen.

„Kannst du dir nicht vorstellen, dass ich darauf keine Lust habe, wenn es sich noch so gereizt anfühlt?“

Anscheinend beleidigt, ließ er mich los und sagte „na dann eben nicht“.

Dann saßen wir bei einem Wein in der Küche und redeten über andere Sachen. Irgendwann kam er dann noch einmal auf das Thema und fragte, wie wir in Zukunft so eine Infektion vermeiden könnten. Eigentlich ist er ja alt genug, um das zu wissen, besonders da ich ja wohl nicht die erste Freundin bin, die sich bei ihm eine Cystitis zugezogen hat.

Aber da er nun mal fragte, gab ich ihm ein paar Tipps, was unbedingt zu vermeiden ist. Und dass man sehr auf Sauberkeit, gerade auch im Analbereich achten muss. Es war von meiner Seite ein absolut sachliches Gespräch am Küchentisch, auch wenn wir auf dem schon gevögelt hatten. Erst hörte Hans geduldig zu, doch dann brauste er auf, wurde laut. „Ich lass mir von dir nicht den Spaß an der Sache verderben, in dem du mir Anweisungen gibst. Das muss man alles spielerisch herausfinden.“

Mit der Reaktion hatte ich nun gar nicht gerechnet. Ich war absolut sachlich und da ich natürlich keine Lust auf eine neue Infektion habe, musste ich ihm natürlich sagen, was er nicht tun darf. Wenn er das schon selbst nicht weiß.

Er sagte, es reiche ihm jetzt, er würde am liebsten nachhause fahren. Ich versuchte ihn zu beschwichtigen, es ginge doch nur darum eine Infektion zu vermeiden. Er hat es dann wohl auch irgendwie eingesehen. Es war inzwischen ganz schön spät geworden und so gingen wir ins Bett. So wie man eben ins Bett geht, um zu schlafen, völlig unerotisch. Wir kuschelten uns kurz aneinander und gingen dann – wie üblich – wieder auf Abstand, um zu schlafen.

Eigentlich wäre er besser nachhause gefahren, denke ich. Besonders da mich sein Schnarchen immer wieder geweckt hat. Unter der Woche ist eine gemeinsame Nacht eh keine gute Idee, das werde ich in Zukunft vermeiden.

Das Aufstehen war dann doch ganz harmonisch.

3 Gedanken zu „Honeymoon-Cystitis – jetzt hab ich sie doch, seufz!

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