Sommer-Fotoshooting

Was ziehe ich denn nun auf dem Weg an?

Es ist Sommerkleidchen-Wetter, doch ohne Unterwäsche geht das wohl nicht, auch wenn ich mit dem Taxi fahre. Da fällt mir mein langes Schlauchkleid aus Kalifornien ein, ärmellos mit langen Seitenschlitzen. Das ist dünn und luftig genug und bedeckt alles. Außerdem ist es eh ein Kleid, was besser ohne Unterwäsche getragen wird, da sich alles durch den anschmiegsamen Stoff abzeichnet.

Ja, in dem Kleid fühle ich mich angezogen genug, um ins Fotostudio zu fahren. Dazu dann die leichten Canvas-Sommerstiefel, ohne Socken, damit sich auch an den Fesseln nichts abzeichnet.

Ich bin etwa zehn Minuten zu früh, das Taxi kam prompt und Stau gab es auch keinen. Lisa und ihre Assistentin sind noch am Aufbauen. Es ist eine andere Assistentin als bei der Vorbesprechung. Lisa begrüßt mich wie eine gute Freundin und stellt mich vor. Die Assistentin bleibt bei SIE.

Als sie fertig sind, darf ich meinen Trolley auspacken. Die beiden Mädels sichten mit mir Schuhe, Oberteile, Kleider, Jeans, Röcke, Jacken und Dessous. Lisa ist von einigen Teilen ganz begeistert, auch wenn gerade diese später im Shooting nicht zum Einsatz kommen.

Zum Warm-up soll ich nur die Stiefel ausziehen und in meinem Kleid, das ich ja nur spontan für den Weg angezogen hatte, bleiben. Na ja, Warm-up, denke ich mir. Dann werde ich abgepudert. Ich hatte mir nur die Wimpern getuscht, das findet Lisa auch ausreichend geschminkt, da sind wir einer Meinung. Das Puder macht einfach nur einen gleichmäßigeren Teint und mattiert.

Das Warm-up zieht sich fast eine halbe Stunde hin. Verschiedene Posen im Stehen, teils mit durch einen Ventilator verwirbelten Haaren.

Dann soll ich das Kleid aus- und Sandaletten (High Heels) anziehen, sonst nichts. Gut dass Lisas Assistenz weiblich ist. Mit den beiden Frauen fühle ich mich schon wohl, mit einem Mann wäre es sicher anders.

Ich würde mich jetzt gern im Spiegel sehen, checken, ob mein Bauch nicht vielleicht doch schon wieder aufgebläht ist, obwohl ich nur eine halbe Stulle mit etwas Kaffee gefrühstückt habe. Und ob mein Busen straff genug und die Nippel aufgerichtet sind, wüsste ich auch gern. Doch nix mit Spiegel!

Ich muss mich auf den Boden setzen und werde ich verschiedene Positionen gebracht. Lisa fragt, ob sie ihrer Assistentin sagen darf, wie alt ich sei. „Ja klar, warum denn nicht?!“ Die Assistentin, vielleicht 25 Jahre alt, ist beeindruckt, so will sie mit Fünfzig auch aussehen.

Nach einer Weile mache ich dann doch mal die Bemerkung, ob ich nicht doch vielleicht zumindest ein Höschen anziehen sollte. Lisa sagt, ich brauche mir keine Sorgen zu machen, man sieht nichts, sie arbeitet viel mit Schatten. Hm, na sie ist die Fotografin, sie weiß sicher was sie tut. Die Fotos, die ich bislang von ihr gesehen habe, sprechen sehr dafür.

Dann darf ich doch etwas anziehen. Meine schönste Baggy-Jeans, auf die Schnelle dann eben auch ohne Unterhose. Das hat auch schon wieder einen Hauch von Erotik. Ich bin nun barfuß und wir machen verschiedene Aufnahmen z. B. mit verschränkten Armen von der nackten Brust. Mal muss ich sinnlich verträumt schauen, mal herzhaft lachen oder „Scheiße“ schreien.

Alles muss doch recht zügig vorangehen. Das nächste Outfit besteht aus einem weit schwingenden Mini-Rock, derben Ugg-Boots und diesmal doch etwas angezogener: einem Balconette-BH. Eine Unterhose habe ich immer noch nicht an. Ich fühle mich aber immer sicherer, so nur halb angezogen.

Zwei Stunden sind um, ich soll mich erholen und ein paar Haribos essen. Sie meinen ich brauche Zucker. Den angebotenen Prosecco lehne ich ab, trinke weiter stilles Wasser. Ich bin locker genug.

Lisa und ihre Assistentin wechseln derweil den Hintergrund von schwarz auf weiß.

Nun kommt mein Pünktchen-Kleid, das ist in so einer Art Pin-up-Style, zum Einsatz. Das Kleid sitzt wie eine zweite Haut. Es ist generell nur ohne Wäsche zu tragen, da sich alles abzeichnet. Da wir uns nicht so richtig zwischen Peep-Toes und Sandalen, beide mit recht hohem Absatz, entscheiden können, bleibe ich barfuß.

Anschließend ist das Body-Combat-Outfit dran, allerdings – für mich ungewöhnlich – mit bauchfreiem Top. Und barfuß, statt mit Boxerstiefeln. Bauchfrei sind allerdings nur eine paar statische Box- und Muay-Thai-Posen möglich. Für Fotos in Bewegung, gerade die seitlichen Kicks, müsste ich ein langes Top anziehen, sonst knautscht die Haut am Bauch doch so sehr. Lisa sagt, bei den statischen Posen kommen meine Muskeln, auch Bauchmuskeln gut zur Geltung.

Bei der Vorbesprechung hatte Lisa mich schon gefragt, ob sie mich auch nass machen dürften. Ich hatte bei der Frage eher an ein durchnässtes und somit transparentes Shirt gedacht. Doch nun kam nur ein Wasser-Zerstäuber für Blumen zum Einsatz. Ich bin gespannt, wie die Fotos aussehen. Die Wassertropfen sind deutlich sichtbar auf meiner Haut, wenn ich darauf schaue.

Ich habe bei den letzten Fotos ein wenig Bedenken, ob sie so richtig zu mir passen. Ich trage ein weißes Tank-Top, dazu einen roten String und schwarze High Heel Booties. Die Posen, die Lisa sich vorstellt sind schon sehr frech und vielleicht ein wenig zu aufreizend sexy. Es macht mir zwar Spaß und ich lache viel, aber ich bin nicht so sicher, ob ich die Fotos später gut finden werde. Na, ich werde sehen. Wir haben ja auch genug andere Fotos.

Dann sind wir fertig. Nach fast vier Stunden, wo doch nur zwei angesetzt waren.

Ich stelle fest, dass ich für das hochsommerliche Wetter gar nicht so die richtigen Klamotten für die Rückfahrt dabei habe. Das lange Kleid will ich nicht wieder anziehen. Das Tank-Top, was zum Mini-Rock ginge, ist nass. Hm, ein rotes Mini-Kleid ist noch dabei, mit passender Wäsche und Flip-Flops geht das auch für die Busfahrt. Das Taxi spare ich mir jetzt, ich trage ja etwas drunter, grinz.

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