Freundinnen-Wochenende

Gleich kommt Ina mit der Bahn aus Hildesheim an. Ina kenne ich schon fünf oder sechs Jahre, wir haben uns auf einem Girls-Camp für Mountainbike-Basics kennengelernt und seitdem regelmäßig telefoniert, uns ab und zu besucht und auch schon zwei weitere Urlaube miteinander verbracht.

Die letzten Wochen hatten wir kaum Zeit zu telefonieren. Sie hatte ihren Ex-Freund für eine Weile bei sich aufgenommen, weil der seinen Job in Frankreich geschmissen hatte und der hat eigentlich immer ihr Internet blockiert und da er eigentlich abends immer da war, konnten wir auch nicht in Ruhe telefonieren. Ich bin also gar nicht auf dem Laufenden und weiß eben nicht wirklich wie es ihr geht und vor allem, warum sie diesen Kerl bei sich untergebracht hat.

Ich freue mich so richtig darauf, 48 Stunden nur für uns. Allerdings muss ich sie noch überzeugen, dass sie mit zum Bouldern kommt, denn so ein Wochenende ganz ohne Sport geht ja eben auch nicht. Auch wenn ich heute Morgen neben meinem üblichen Bauch-Workout noch eine Stunde Yoga gemacht habe, und gestern von Tracy Anderson „gequält“ wurde.

Mädels-Wochenende heißt ja auch ganz viel Sekt, ggf. mit Aperol und zum Essen Rotwein. Und Essen natürlich auch, nachher gehen wir gleich noch kurz zum Winterfeldt-Platz, so ein Falafel wie beim BAHARAT ist nirgends zu kriegen. Da müsssen wir immer hin, wenn Ina da ist. Danach noch kurz ins M und dann zu mir nachhause.

Mein neues Sleek & Curl Eisen müssen wir auch ausprobieren und der Kleiderschrank wird sicherlich auch von Ina inspiziert, eben das typische, was Freundinnen so tun, wenn sie sich lang nicht besucht haben.

Als ich vor einem Jahr bei ihr war, habe ich ein Fotoshooting mit ihr gemacht. Wir haben die Heizung aufgedreht und sind dann erst einmal zu H+M gefahren, um Dessous und ein paar andere ungewöhnliche Klamotten auszuleihen. H+M ist da praktisch, da kann man selbst Wäsche zurück geben. Dann hat sich Ina dezent geschminkt und ich habe schon einmal ihr Bett und ihr Sofa mit passenden Decken und Tüchern dekoriert, um eine warme und farblich passende Atmosphäre zu schaffen.

Nach dem 1. Glas Sekt und ein paar Blicke in „forty-something – aufregend weiblich“, einem Fotoband von Gabo, hatten wir die 1. Ideen und fingen an. Das Wohnzimmer war noch lichtdurchflutet, dass keine weitere Beleuchtung oder gar ein Blitz notwendig war. Irgendwann war die Sektflasche leer, alle ausgeliehenen Dessous ausprobiert, einiges aus Inas Kleiderschrank gezogen und etwa 300 Fotos im Kasten. Von Fotos in der Badewanne haben wir dann abgesehen, denn Ina war vom ganzen Lächeln inzwischen verdammt erschöpft. Spaß hat es gemacht, wir haben uns teils echt kaputt gelacht, z. B., als Ina mit Strapsen, Strümpfen und Korsage in der Küche stand und Ananas aufgeschnitten hat.

Inzwischen hatten wir echt Hunger, haben dann erst einmal etwas gekocht, eine Flasche Rotwein aufgemacht und dann die Fotos gesichtet. Wow, es gab eine Ausbeute von etwa 80%, Ina ist so fotogen! Ein paar Fotos waren nachzuarbeiten, aber nur, weil sich dann doch einmal das Etikett von einer ausgeliehenen Sache ins Bild gedrängt und ich das nicht gesehen hatte.

Und jetzt muss ich los, Ina von der Bahn abholen.

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