Spaghetti-Essen, Teil 4

Sonntag hatten Petra und Marcus sich wieder mal bei Petra zum „Spaghetti“-Essen verabredet, es gab ein Gratin mit Conchiglioni, Spinat, Pinienkernen und Champignons; dazu den schon üblichen Rotwein und die üblichen guten langen Gespräche.

Zwischendurch kam ein Anruf von Marcus‘ Exfrau, sein Sohn hatte anscheinend seinen ersten Samenerguss gehabt. Sie gab das Telefon an Jasper weiter, der Marcus die Sache selbst schilderte. Marcus beruhigte Jasper, das sei alles ganz normal und sie hätten doch letztens schon darüber geredet, dass er nun in die Pubertät kommen würde. Jasper wechselte dann auch schnell das Thema und erzählte noch von seinem neuesten Erfolgen auf der Wii.

So waren Petra und Marcus dann doch mal wieder beim Thema Family, Ex und Sex gelandet. Sie wusste nicht, ob sie ihn falsch verstanden hatte, aber jetzt kam heraus, dass er zwar im Mai ausgezogen war, weil sie wollte, dass er die gemeinsame Wohnung verlässt, da sie ja einen Neuen hatte, aber dass sie danach immer noch Sex hatten. Er erzählte, dass das Sexualleben durch den Auszug neu aktiviert wurde. In den Jahren davor wurde es nämlich immer seltener, doch nachdem er ausgezogen war, wurde er von ihr immer häufiger verführt. Er sagte, er hatte es merkwürdig gefunden, aber wie Männer ja so sind, hätte er sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Doch mit der Zeit fand er das dann nicht mehr in Ordnung, da sie sich ja auch von ihrem neuen Freund nicht trennte. Überhaupt versteht er sie nicht, erst hat sie ihn mit dem Neuen betrogen und nun diesen mit ihm. So hatte er das dann im August endgültig beendet.

Gestern bekam Petra dann wieder eine etwas seltsame Nachricht von Marcus über Facebook. „Irgendwie hab ich das Gefühl, dich gekränkt zu haben, als ich erwähnte wieder Sex haben zu wollen. Ich habe in jenem Moment nicht an uns gedacht, sondern wieder mal einfach frei von der Leber weg mein Maul aufgemacht und nicht darüber nachgedacht, wie das bei dir ankommen könnte. Das liegt auch daran, dass ich das Gefühl habe, dir gegenüber offen reden zu können. Sorry, oder denke ich schon wieder zu viel?“. Etwas später kam dann noch hinterher „Wahrscheinlich denke ich in diesem Fall eher zu spät als zu viel … Außerdem habe ich nicht zufällig „platonisches Treffen“ geschrieben, ich verbringe einfach gerne Zeit mit dir.“

Puh, was soll sie denn darauf schon wieder antworten? Sie versuchte es einfach mit „Du denkst einfach wieder zu viel, Honey! Ich finde es einfach gut, dass wir so offen miteinander reden können. Ich habe ja auch mit der Frage angefangen, ob alle Männer Testosteron-gesteuert sind, smile. Und ganz so Bier-ernst müssen wir ja wirklich nicht miteinander umgehen, bei unseren platonischen Treffen.“

Wahrscheinlich kann Marcus in ihrer Gegenwart einfach doch nicht so locker mit den Themen umgehen, denkt sie. Sonntag hatte sie jedenfalls auch noch ein Kompliment von ihm zu ihrem Outfit beim letzten CORSO-Besuch bekommen, schwarz stünde ihr sehr gut. Gemeint war sicherlich nicht nur, dass sie schwarz gekleidet war, sondern, dass sie eben einen Minirock und Stiefel trug.

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