Spaghetti-Essen, Teil 5

Vor drei Wochen hatte Petra sich bei MINIROX diesen geblümten Minirock bestellt, der ihr auf der Webpage sofort ins Auge gestochen war. Er kam ihr ja im Internet schon recht kurz vor, doch wie erwartet sitzt er in Größe 34 bei ihr tief auf der Hüfte und hat dadurch eine ansprechende Länge. Er ist zwar immer noch zu kurz für halterlose Strümpfe, aber zumindest nicht so kurz, dass man sich darin nicht ungezwungen bewegen kann, wenn man eine Strumpfhose darunter trägt.

Eigentlich wollte sie den Rock letzte Woche Sonntag gleich anziehen, als sie mit Marcus verabredet war. Es war ihr aber zu kalt dafür, da sie mit dem Rad zu ihm fahren wollte. Also entschied sie sich doch für die hüftigen, leicht baggy Jeans, die so gut ihren kleinen Po betonen und überlegte, ob sie dazu einen dicken kuscheligen Pulli anziehen sollte. Sie dachte, so kalt würde es bei Marcus nicht sein, die Heizperiode hat ja schon begonnen, auch wenn es gerade noch sehr mild ist. So entschied sie sich doch für das eng anliegende schwarze Vive Maria Langarm-Shirt mit dem Schleifchen am recht tiefen Ausschnitt. Darunter trug sie natürlich einen BH mit leichtem push-up, da sie ja nur A-Körbchen benötigt.

Marcus wollte für sie seine legendären Bratkartoffeln mit Tzatziki machen und dann hatten sie vor, einen alten Film mit Cary Grant zu gucken, da sie beide Filme aus der Zeit mögen.

Der Abend fing auf Marcus‘ Sofa mit Rotwein und Gesprächen über den bisherigen Verlauf des Wochenendes an. Er hatte das Wochenende wie üblich mit seinem Sohn verbracht und nichts besonders spannendes zu erzählen. Petra erwähnte nicht von ihrer letzten Nacht mit ihrem Finya-Date. Sie hatte am Donnerstag mit einer Freundin die DVD „Eine dunkle Begierde“ gesehen und damit hatten sie sowieso genug Gesprächsstoff. Sie unterhielten sich über Freud, Psychoanalyse, Erfahrungen in der Kindheit und kamen, da es ja auch in dem Film darum ging, natürlich auf das Thema Sex und Gewalt. Ins Detail sind sie da nicht weiter gegangen, konnten sich aber bestätigen, dass sie beide BDSM ablehnen.

Dann fing Marcus mit dem Kochen an. Petra stand neben ihm in der winzigen Küche, ein Glas Wein in der Hand, und konnte beobachten, dass der Kerl recht nervös war. Als er das erste Mal für sie gekocht hatte, hatte sie nicht den Eindruck, dass er nervös war, somit hing das wohl nicht damit zusammen, dass sie ihm beim Kochen zusah.

Die Bratkartoffeln waren super lecker, Marcus schien aber nicht so richtig Appetit zu haben, er ließ sich enorm lange Zeit mit dem Essen. Nachdem sie fertig waren, schaute er Petra an und sagte „du siehst heute wieder richtig gut aus“. Die Art, wie er das sagte, war schon als heftiges Kompliment aufzufassen. Sie sagte „oh danke, ich fühle mich auch heut richtig gut“ und erläuterte, dass sie bislang einen entspannten Tag gehabt hatte, mit Zumba, Sauna und so.

Sie wechselten auf die Couch und Marcus startete den Film. „Leoparden küsst man nicht“ war dann doch etwas alberner, als sie erwartet hatten. Wenn ein Fernseher läuft, ist Petra immer ganz gefesselt von dem Geschehen auf dem Bildschirm, dass sie sich nicht so leicht ablenken lässt, auch wenn der Film gar nicht so gut ist. Marcus jedoch ließ sich ablenken, er schaute wohl mehr Petra an, als auf den Bildschirm. Als Petra das dann doch bemerkte und ihn anschaute, zog er sie an sich und sagte „du bist so süß und heute so besonders sexy“ und fügte gleich darauf hinzu, dass es doch gut passen würde, da sie ja beide keine Beziehung wollten und Affären akzeptieren würden.

Petra war schon sehr überrascht und schob ihn erst einmal etwas von sich. Sie hatte ja auch schon einmal daran gedacht, dass sie mit Marcus vielleicht etwas anfangen könnte, war dann aber eher davon abgekommen, hatte sich aber noch nicht letztendlich entschieden. In dem Moment, wo er sie an sich zog bemerkte sie jedoch, dass ihr sein Geruch nicht gefällt. Sie hatten sich ja immer zur Begrüßung und zum Abschied in die Arme genommen und da war ihr nichts aufgefallen, aber Sonntagabend war das anders. Sie kann nicht genau sagen, was sie an seinem Geruch stört, er riecht weder nach Schweiß noch sonst wie unsauber, es ist auch nicht das falsche Rasierwasser, aber der Geruch stört sie einfach. Auch diese Tatsache kam echt überraschend.

Petra musste erst einmal nachdenken, was sie jetzt zu Marcus sagen sollte, ohne ihn zu verletzen. Nun meint sie, sie habe es dann recht gut hinbekommen. Sie führte an, dass sie ja einen großen gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis haben und dass sie das deshalb recht kompliziert finden würde, wenn sie eine Affäre haben würden. Der Umgang miteinander in eben diesem Freundeskreis wäre doch etwas schwierig und sie seien inzwischen so gut miteinander befreundet, dass sie nicht riskieren wolle, das evtl. zu zerstören. Marcus war so etwas von aufgeregt, hatte total kalte Hände, die sie dann noch eine Weile in ihren behielt. Sie redeten noch ein wenig über die Sache, er sagte, sie hätte doch besser einen dicken Pulli statt dem sexy Shirt angezogen, dann hätte sie ihn sicher nicht so verrückt gemacht.

Dann guckten sie den Film zu Ende. Marcus hatte den Arm um ihre Schultern gelegt, was Petra auch richtig angenehm fand, das war nicht so nah, dass sie sein Geruch störte.

Sie fuhr etwas früher als sonst heim, was aber daran lag, dass sie wegen der zu kurzen vorigen Nacht einfach müde war. Es gab noch eine dicke Umarmung zum Abschied und das Versprechen, weiter gute Freunde zu sein.

Sie muss den ganzen Heimweg gelächelt oder sogar gegrinst haben; es ist schon ein gutes Gefühl, wenn dir jemand sagt, wie gut du aussiehst und dass er dich begehrt.

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