Sonnenbräune

„Du bist ganz schön rot.“ stellte ich nach unserem 1. Strandtag fest, als meine Ma aus der Dusche kam.

„Das macht nichts. Ich werde immer erst rot, bevor ich braun werde.“

Ich schüttelte den Kopf „Das sieht eher nach nem Sonnenbrand aus.“

Wir hatten den halben Tag im Schatten einer Tamariske am Strand verbracht. Oder sollte ich besser sagen: Ich hatte den Tag im Schatten einer Tamariske verbracht, meine Ma hatte ihr Strandtuch nämlich immer mehr in die Sonne gezogen.

Für den 1. Tag hatte ich angenommen, dass SF 30 allgemein und an den exponierten Stellen SF 50 für ein paar Stunden im Schatten/Halbschatten ausreichend seien. Ich war auch nicht rot geworden.

Ich trug meiner Ma auf den Rücken Aftersum auf.

Natürlich war die Haut meiner Ma am nächsten Morgen noch genauso rot. Meine Ma wiederholte „Ich werde immer erst rot, dann braun.“

Zum Glück war es nicht so heiß, dass wir eine der Wanderungen, die ich geplant hatte, machen konnten. Sofort ein weiterer Tag am Strand war nicht zu verantworten.

Am folgenden Tag, war die Rötung schon gut zurückgegangen. Meine Ma ließ sich diesmal auch einfach dazu überreden, einen Sonnenschirm zu mieten und im Schatten zu bleiben.

Nun, in den letzten Urlaubstagen, wird meine Ma wieder unvernünftig. Wir haben beide inzwischen eine schöne leichte Sonnenbräune, obwohl wir nicht jeden Tag am Strand waren. Und wenn wir dort waren, haben wir üblicherweise im Schatten gelegen.

Heute sei es ihr im Schatten zu kalt, sagte mein Ma. Seltsam wir hatten 26 Grad!

Dass meine Ma heute Morgen nur SF 20 aufgetragen hatte, fand ich okay. Ich hatte angenommen, dass wir wieder im Schatten bleiben würden. Die 6 € für Schirm und Liegen investierte ich gern. Meine Ma stellte ihre Liege allerdings gleich mal in die Sonne.

Nach einer Stunde sah ich schon wieder eine erste Rötung auf ihrer Haut, bekam meine Ma aber nicht unter den Schirm. Ich bekam wieder zu hören „Das macht nichts. Ich werde immer erst rot, dann braun.“

Die Bemerkung, dass sie in der letzten Woche auch ohne Sonnenbrand braun geworden ist, sparte ich mir. Immerhin drehte meine Ma sich nun vom Rücken auf den Bauch.

„Ich will ja auch etwas braun werden.“ sagte sie. Ich konnte mir vorstellen, wie sie dabei innerlich mit dem Fuß auf den Boden stampfte. Wahrscheinlich hatte dieser Urlaub für meine Ma sowieso zu wenig Strandtage, auch wenn sie das nicht sagte. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass die Wanderungen und Jeep-Touren ihr gefallen haben.

Ich grinste, doch das sah sie nicht mehr, da sie ja nun auf dem Bauch lag.

Als ich Teenie war, war es sicher genau umgekehrt, auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnere. Da musste meine Ma bestimmt mich aus der Sonne holen. Braun sein war immens wichtig, das weiß ich noch. Allerdings war damals die Sonne irgendwie anders oder wir weniger empfindlich. Da hatten wir uns gerne mit Tiroler Nussöl eingeschmiert. Obwohl Blondinen, waren wir beide jeden Sommer knackebraun.

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2 Gedanken zu „Sonnenbräune

  1. na…in meiner eigenschaft als weisse frau und wissenschaftler: rot ist verbrannt. braun wird man dann nur durch pflege. wobei ich unter lsf 50 eh sonnenschutz kaum ernstnehmen kann, das weiss ist woertlich zu nehmen.

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