Er guckt jedem Rock hinterher

Gestern Mädelsabend mit meiner alten Freundin Manuela in Lüneburg, wir teilten uns eine Flasche Cremant. Wir hatten die üblichen Frauen-Themen, wobei ich wieder festgestellt habe, Manuela ist doch deutlich zurückhaltender als meine Berliner Freundinnen.

Dann wollte ich Wasser, Manuela öffnete noch eine Flasche Mumm. Wir waren schon ein wenig angeschickert und Manuela wurde mutiger „Dein Mann schaut aber auch jedem Rock hinterher.“

Ich schaute sie leicht erstaunt, aber auch etwas amüsiert an. Ich hatte den Eindruck, das hatte sie eigentlich nicht sagen wollen. „Ich habe das nicht mitbekommen, es war auf unserem Hochzeitsempfang, aber Monika, mit der ihr zusammen am Tisch saßt, sagte, das sei schon echt auffällig gewesen.“ sagte sie schon fast entschuldigend.

Ich kenne meinen Mann, der ist schon ein Charmeur, er flirtet sogar, wenn ich neben ihm sitze. Dass er so unbedingt Frauen hinterher schaut, das ist mir aber noch nicht aufgefallen. Ich überlegte, wem er auf der Hochzeitsparty hinterhergeschaut haben mag. Es waren keine besonders attraktiven Frauen auf der Party. Er war auch wieder fasziniert von mir. Er hätte mir, als wir zur Party aufbrechen wollten, schon fast wieder mein Desigual-Kleid ausgezogen, weil er mich im kurzen schmalen Kleid und den Booties mit den Bleistiftabsätzen so sexy fand. Auch auf der Party zog er mich manchmal – schon fast unschicklich für den Rahmen der Veranstaltung – eng an mich und knutschte mich heftig. Einen Lippenstift kann ich mir immer sparen, wenn ich mit ihm ausgehe, der hält eh nicht lang.

Ich fragte Manuela „Wen gab es denn da, dem er hätte hinterherschauen können?“

„Monika sagt, es sei besonders die Kellnerin gewesen.“

Ach ja, die Kellnerin, stimmt, die war attraktiv und noch recht jung. Ich wusste nicht mehr, was er so mit ihr geredet hatte. Aber er hatte immer mit ihr geredet, nicht nur „Danke“ gesagt, wenn sie einen Kaffee gebracht hatte oder so.

Ich lächelte, erklärte Manuela, dass ich das schon kennen würde. Speziell im April im Flieger auf die Kanaren, waren seine Unterhaltungen mit den Stewardessen auch schon fast ein Flirt gewesen. Das fand ich damals schon recht extrem. Aber ich weiß, dass es ihm einfach nur Spaß macht, dass da nichts dahinter ist. Oder irre ich mich da?

Manuela war das Gespräch schon fast unangenehm, das merkte ich.  Sie sagte „Das hat mir Monika so erzählt, vielleicht habe ich das auch falsch verstanden. Peter ist ja auch nicht so gutaussehend, dass du dir da Sorgen machen musst. Wahrscheinlich sind Kellnerinnen und Stewardessen auch eher genervt, so nach dem Motto: Was will der Kerl eigentlich?“

Ich lachte. „Vielleicht ist das so. Als wir auf der Insel ankamen, machte ich mich vor ihm auf den Weg zum Ausgang, da ich den Gangplatz hatte. Ich wartete vor dem Flieger auf ihn. Es kamen Leute um Leute, doch er war nicht dabei. Ich fragte mich schon: Was treibt er da eigentlich? Dann kam er strahlend aus der Maschine, er hatte der Stewardess noch drei Air  Berlin Schokoherzen abgequatscht.“

Dann wechselte Manuela das Thema, nicht ohne noch einmal zu bemerken „Ich war ja nicht dabei, ich will da echt nix gesagt haben.“

Als ich heute dann auf dem Rückweg nach Lauenburg war, sah ich, dass Monika gerade eben erst auf whatsapp online gewesen war. Ich schrieb ihr eine Nachricht, fragte nach dem Urlaub. Prompt bekam ich eine Antwort, sie saß nämlich gerade erst in der Bahn auf dem Weg zum Flughafen, um allein in einen Ayurweda-Urlaub zu fliegen.

Wie cool, da konnte ich sie ja noch mal eben anrufen. Ich fragte nach dem bevorstehenden Urlaub, sie erzählte ganz begeistert. Ein Urlaub voller Entspannung und nur für sie. Dann fragte Monika „Und wie geht es dir und Peter?“

Das war mein Stichwort. Ich erzählte vom Mädelsabend gestern und dass Manuela erzählt habe, dass sie gesagt habe, dass Peter wohl jedem Rock hinterherschauen würde, das sei echt auffällig gewesen.

Manuela war schon fast bestürzt „Nein, so ganz stimmt das nicht. Das hab ich nicht gesagt, doch Peters Verhalten gegenüber der Kellnerin war auffällig. Die hat er doch kaum von unserem Tisch wieder weg gelassen, da hat er sich immer von unseren Gesprächen ablenken lassen.“

Ich beruhigte sie „Das kenne ich schon. Er ist halt ein Charmeur. Das hast du doch bestimmt auch gemerkt, wenn er sich mit dir unterhalten hat.“

Ihrer Stimmlage konnte ich entnehmen, dass sie nun lächelte „Ja, das stimmt. Gerade, wenn ich mich mit ihm alleine unterhalten habe. Bei ihm fühlt man sich als echt interessante Frau.“

Dann war sie fast am Bahnhof angekommen und wir verabschiedeten uns nur noch.

Hm, soll mir Monikas Aussage „Bei ihm fühlt man sich als echt interessante Frau.“ zu denken geben? Würde eine Frau, die sich so fühlt, vielleicht doch einmal die Initiative ergreifen und näheren Kontakt zu Peter aufnehmen? Ich bin mir gar nicht sicher, ob Peter mit dieser Art verführen will, ob ihm das so bewusst ist.

Meine Freundin Ina, die aufgrund ihres Umzuges in eine noch nicht fertige Wohnung zwei Wochen bei Peter in Lauenburg in meinem Zimmer wohnte, hat ihn recht intensiv kennengelernt. Auch sie sagt, er sei ein echt charmanter Kerl. Vielleicht übersieht frau dann auch gern mal, dass Peter im klassischen Sinne nicht so besonders attraktiv ist und fast zehn Jahre älter aussieht, als er ist.

Ich flirte nicht mit anderen Männern, aber vielleicht sollte ich das mal tun, gerade wenn Peter dabei ist.

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