Der passende Mann – Teil 4 – Vielleicht ein Deja Vu?

  1. Januar 2012

In einer Woche wird Achim hier sein, ich bin ja soo gespannt. Wir hatten in der letzten Woche häufiger telefoniert und haben uns immer viel zu erzählen. Seine Stimme und Art zu reden gefällt mir noch immer. Ich weiß inzwischen auch, dass er nicht nur einfach ein sportlicher Typ ist, sondern neben häufigerem Joggen auch oft ins Studio zum Krafttraining geht. Das ist also keine positiv verklärte Erinnerung, dass er sich gut anfühlt.

Ich hatte ihm über Facebook einen Link zu einem Hotel in der Nähe geschickt und dazu die Anmerkung gemacht „Hey, wegen meiner brauchste kein Hotel, Dear! das wird sicher nicht genutzt, auch wenn du es buchst … lächel… und für alle Fälle gibt es auch ein aufblasbares Gästebett“.

Seine Antwort ließ nicht lange auf sich warten „Denke über dein Angebot nach… grins. Hast wahrscheinlich recht.“  Na also, ich denke, er wird nun kein Hotelzimmer buchen. Es wird auch Zeit, dass ich mal wieder einen Mann in meinem Bett habe.

Ein paar Bedenken habe ich allerdings schon, eine Affäre mit Achim zu starten, weil er eben schon so alt ist. Ich hoffe, das ist kein Deja Vu und wird nicht die gleiche Pleite wie vor zwei Jahren mit einem Typen, der auch Achim heißt, zu der Zeit allerdings schon 51 war und auch eine – damals 17jährige – Tochter hat.

Achim A. hatte ich über Facebook kennengelernt, ich hatte ein Kletterfoto auf der Pinnwand einer Freundin gepostet und er hatte mich dazu angeschrieben. Achim A. war für seine 51 Jahre ein attraktiver, schlanker und sehr sportlicher Typ, wir hatten uns erst einmal zum Klettern verabredet und dann hatte ich ihn ein paar Tage später zum Kochen bei mir eingeladen.

Bei der Zubereitung des Thai Currys hatten wir uns prima ergänzt und kamen uns in meiner kleinen Küche schnell näher. Die Küsse schmeckten nach mehr, so dass wir nach Essen und einigem Wein entschieden, dass er bei mir schläft. Knutschend gelangten wir ins Schlafzimmer und zogen uns langsam gegenseitig aus. Vor der Unterwäsche machte er allerdings halt und erklärte mir, er wolle es langsam angehen und einfach nur mit mir kuscheln.

Okay, warum nicht mal so. Allerdings fand ich es eigentlich doch etwas unpassend das Bett zu teilen, denn ich war schon sehr angetörnt von seiner Nähe und seinen Küssen. Nach weiterer Knutscherei ging ich auf Abstand. Ich war müde und wollte schlafen. Und das kann ich nur auf dem Rücken liegend mit ein wenig Abstand. Irgendwann begriff Achim A. dann auch, dass er mich nicht mehr antatschen sollte, wenn er nicht mehr wollte.

Ich hatte mich verliebt und wollte ich natürlich wiedersehen. Ihm ging es ähnlich und er brachte bei einem der nächsten Dates sogar zehn rote Rosen mit. Er fing auch schon an, ein wenig die gemeinsame Zukunft zu planen, was mir aber zu schnell ging.

Da Achim A. in Werder wohnte, war schon klar, dass der eine bei dem anderen übernachtet, wenn wir uns sehen. In den nächsten Nächten passierte auch nicht mehr. In der fünften oder sechsten Nacht wurde mir das zu blöd, nur Knutschen war mir zu wenig. Ich ging auf Angriff über, fing an, ihn zu streicheln, zog erst meine Dessous und dann seine Shorts aus. Ich schmiegte mich an ihn und spürte … keine Erektion.

Blöde Sache das, wie geht Frau damit um? Erst einmal ignorieren und schlafen. Am nächsten Morgen startete ich den zweiten Anlauf, da Achim A. immer noch sehr passiv war. Ich knutschte heftig mit ihm, was mich so richtig anmachte. Er streichelte meine Arme, meinen Rücken, meinen Busen, küsste meine Nippel, ging aber nicht weiter. Also knutschte ich mich von seinem Mund über seinen Hals und den Bauch zu seinem Schwanz.

Welche Enttäuschung, das Teil lag schlaff zwischen seinen Beinen. Ich war mir nicht sicher, ob es Sinn gemacht hätte, einen Versuch zu starten ihm einen zu blasen. Ich wurde mit meinen Händen aktiv, streichelte und knetete seinen Schwanz und seine Balls. Keine Regung. Au weh!

Ich robbte wieder nach oben, blickte ihn an und fragte, ob er denn vielleicht ein kleines Problem habe. Er sagte, es ginge ihm zu schnell, er bräuchte Zeit, bis er das entsprechende Vertrauen gefunden hätte. Hä? Was für ein Vertrauen und wie viel Zeit denn noch? Wir kannten uns nun seit fast vier Wochen, telefonierten täglich, besonders er schickte ständig verliebte SMS, hatte schon angedeutet, dass er mit mir wieder eine Frau fürs Leben gefunden zu haben scheint. Er wollte am liebsten jede Nacht mit mir verbringen, auch wenn wir am Abend nichts zusammen gemacht hatten. Das hatte ich abgelehnt, Achim A. arbeitete ja in Berlin, aber ich wollte doch, dass er nach Werder heimfährt, wenn wir abends nicht verabredet waren. Was soll das, ständig das Bett zu teilen, wenn man keinen Sex hat?

So antwortete ich auch, dass ich das nicht verstehen würde, dass er auch jetzt noch Zeit bräuchte und noch nicht genug Vertrauen hätte. Ich fragte, ob es nicht vielleicht doch eine Alterserscheinung sei. Ich hätte gehört, dass die Erektionsfähigkeit bei Männern mit dem Alter abnehme, würde mich aber damit nicht auskennen. (Ja das ist so, mit meinen Männern, die üblicherweise nicht älter als 38 sind. Das habe ich ihm aber so nicht erläutert.) Er sagte „Viagra wird da nicht helfen.“

Was für eine scheiß Situation. Ich entschied mich in dem Moment dafür, ihn einfach nur in den Arm zu nehmen, weil er auch weiter nichts dazu sagte.

Danach hatte ich erst einmal keine Lust auf ein kurzfristiges Wiedersehen. Für das Wochenende hatten wir uns mit Freunden verabredet, um ins Elbsandsteingebirge zu fahren. Die Übernachtung war schon gebucht, also sind wir auch zusammen hin gefahren. Auch dort passierte im Bett wieder nichts und ich nahm das zum Anlass, das Thema wieder aufzugreifen.

Er kam wieder mit dem Vertrauen. Das sollte er mir dann einmal näher erklären. Er war seit drei Jahren geschieden, das wusste ich ja. Seine Frau hatte ihn soweit er wusste etwa ein halbes Jahr betrogen und war nun immer noch mit dem neuen Lover zusammen. Das hatte er als absoluten Vertrauensbruch empfunden und kann er ihr nicht verzeihen. Er hat es nicht so gesagt, aber ich denke, das hat er einfach nicht überwunden. Er muss ja nicht verzeihen, aber er sollte es vergessen können.

Nach dem Wochenende, was wir gut überstanden hatten, da wir mit Jules und ihrem Freund viel Spaß beim Klettern hatten, wollte ich nicht, dass Achim A. die Nacht bei mir schläft. Ich hatte auch die nächsten Tage jede Verabredung abgeblockt und ihn damit anscheinend schon ziemlich traurig gemacht.

Am nächsten Samstag hatte ich mich mit ihm zu einem Treffen in Potsdam verabredet, wir hatten uns dort vor Ort getroffen. Ich wollte noch einmal in Ruhe auf neutralem Boden mit ihm reden. Er kam natürlich wieder auf seine Ex-Frau zu sprechen. Ich sagte ihm nach einer Weile ganz direkt, dass seine Erektionsprobleme, wenn sie nicht doch mit dem Alter zusammenhängen oder irgendwelche medizinischen Gründe haben, sicherlich mit der nicht aufgearbeiteten Trennung zusammenhängen würden.

Er guckte mich mit einem traurigen Blick an, aber ich hatte kein Mitleid, einfach nur die Nase voll von dieser – im wahrsten Sinne des Wortes – unbefriedigenden Situation und Beziehung. Ich sagte: „Mach mal besser eine Therapie, damit dir die nächste Frau nicht auch wegläuft.“  und bin gegangen. Und ich war froh, dass ich gegangen bin.

Er hat sich nicht wieder bei mir gemeldet. Den gemeinsam gebuchten Urlaub hatte er nicht angetreten, sich auch nicht abgemeldet. Ich bin dann alleine nach Kos geflogen.

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