Für ihn lasse ich jeden anderen Kerl stehen – Kapitel 22 – Alles ist anders

  1. März 2013

Da saß ich nun in der Bahn, auf dem Heimweg nach Berlin. Das Lächeln war nicht aus meinem Gesicht zu kriegen, meine Augen strahlten.

Wir wollten nicht noch früher aufstehen und so hatten wir keine Zeit zum Frühstücken gehabt. Peter hatte mir ein kleines Lunchpaket gemacht. In der kleinen Tupper-Box fand ich nicht nur ein Laugenbrötchen, belegt mit Käse und Salami, so wie ich es gern mag, sondern auch noch ein paar Baby-Tomaten und ein Mini-Salz-und-Pfeffer-Streuer-Set aus Porzellan, zwei Hasen, die sich im Arm hatten. Niedlich das, echt süß von ihm, auch wenn ich nicht wirklich auf so ein Nippes stehe.

Ich hatte mich so wohl gefühlt mit Peter, bei ihm zuhause. Jetzt verstand ich auch, warum er so begeistert von meiner Wohnung war. Wir haben zwar nicht die gleichen Möbel, doch was die Deko angeht, da sind wir uns schon sehr ähnlich. Blechschilder an den Wänden, den gleichen alten Rowenta-Toaster in der Küche (meiner wird allerdings auch manchmal genutzt), Lichterketten, Postkarten, alte Eintrittskarten, Blechdosen etc. Und beide mögen wir Dinge aus den 50er Jahren. Er hat z. B. nen alten Spiegel an der Wand, ich Tisch und Stühle aus einem ehemaligen Eiscafé in der Küche. Ja, das hatte mich dann auch bei ihm begeistert. Auch wenn Peter ein altes Bauernhaus hat und ich nur eine kleine Neubau-Dachgeschosswohnung, vom Style scheinen wir da sehr ähnlich zu sein.

Doch vor dem Frühstück musste ich noch eben eine whatsapp an Peter schicken „Es war ein wundervolles Wochenende mit dir, Cheri!“. Seine Antwort war echt beeindruckend „Es ist himmlisch schön, in deiner Nähe zu sein und ich danke dir für die tollen Tage mit dir. Ich muss mich anstrengen, nicht vor Glück zu weinen. Jetzt wird mir klar, was ich gesucht habe: DICH. Ich möchte nicht mehr auf dich verzichten müssen.“ Oh, ein Mann, der echt Gefühle zeigen kann. Und der Mann fühlt ähnlich wie ich, yep! Ich denke, ich könnte mich an ihn gewöhnen.

Bevor ich nach Lauenburg gefahren war, hatte ich bei BUILT-A-BEAR einen Teddy für Peter machen lassen. Eigentlich wollte ich ja nur einfach einen klassischen Teddy kaufen, aber so einfach geht das bei denen nicht. Den Teddy muss man selbst machen, das heißt, man sucht eine Hülle aus und muss ihn dann selbst füllen. Und dann musste ich dem Teddy ein Herz mit einem Wunsch geben. „Liebe ein Leben lang!“ war das, was mir so spontan für den Teddy für Peter einfiel. Ein Name für den Teddy fiel mir allerdings nicht ein, den sollten wir besser gemeinsam finden.  Peter war ganz gerührt, als ich mit dem Teddy bei ihm ankam und ihn ihm mit den Worten „damit du nicht alleine schlafen musst“ gegeben habe.

Die nächsten Tage in Berlin vergingen recht schnell. Im Büro geriet ich manchmal ins Träumen, musste an Peter und unser gemeinsames Wochenende denken. Irgendwie war alles verändert, auch Peter schrieb mir zwischendurch mal „Alles ist anders!! Und das find ich toll und faszinierend!“ Es war ein neues und so ganz intensives Gefühl  für mich, das mich überraschte und so richtig mit riss.

Natürlich telefonierten wir jeden Abend, konnten immer kein Ende finden, mussten aber vernünftigerweise dann doch irgendwann auflegen, da es ja auch noch Arbeitstage gab. Meine geschundene Nasenspitze erinnerte mich ständig an Peter. Er hatte sich zwar regelmäßig rasiert, aber trotzdem hatte ich mir meine Nasenspitze an seinen kaum wahrzunehmenden Bartstoppeln aufgeschubbert.

Am Wochenende vertrieb ich mit die Zeit mit BodyCombat, Zumba und Treffen mit Freunden. Natürlich konnte ich nicht die Klappe halten, musste ständig von Peter erzählen. Alle bestätigten mir, mich hatte es so richtig erwischt, so kannten sie mich gar nicht.

Und wenn dann noch so whatsapps wie „Manchmal träume ich, wie jetzt …  Hab gerade deine tolle Postkarte bekommen und sitze nun hier mit glänzenden Augen, träume von dir, mein Herz!“ oder  „Ich vermisse deine Küsse … und deine Nähe! Das bewirkst DU, du bist mir sooo wichtig!“ bei mir ankamen, dann schmolz ich richtig weg.

Diesen Mann werde ich heiraten, dachte ich mir.

Es war nun nicht so, dass ich einen Mann zum Heiraten suchte, nein. Ich hatte auch bislang überhaupt nicht daran gedacht, zu heiraten, aber irgendwie bewirkte Peter ein ganz neues Gefühl in mir.

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