Für ihn lasse ich jeden anderen Kerl stehen – Kapitel 27 – Der Antrag

Dienstag nach Ostern 2013

Dienstag, Abreisetag. Die Ferienwohnung mussten wir nicht zu Unzeiten verlassen, da sie nicht gleich vermietet war,  also konnten wir gehen, wann wir wollten.

Wir schliefen aus und da ich – wie anscheinend immer – deutlich früher wach war, als Peter, kümmerte ich mich ums Frühstück. Man kann sich schon daran gewöhnen, im Bett zu frühstücken. Es ist gemütlich, man ist einander nah und wenn man nicht so sehr mit den Brötchen krümelt, dann piekst später auch nichts.

Dann packten wir unsere Sachen, verabschiedeten uns von Andreas und Andrea und fuhren nach Kappeln hinein. Es war ja nun kein Feiertag mehr und so konnten wir uns nicht nur das Städtchen anschauen, sondern auch mal schauen, was der örtliche Einzelhandel so zu bieten hatte. Na, viel war das ja nicht. Ich bin ja gar keine typische Shopping Queen, aber einen Surf- oder Kiteshop hätte ich schon gerne gehabt, doch Fehlanzeige.

Also gingen wir das einkaufen, was man üblicherweise an der Ostsee kauft … Fisch. Bei FÖH gab es leckere geräucherte Sachen und ich musste Peter doch etwas bremsen, bei den Mengen, die er kaufen wollte. Wer sollte das alles essen? Na, seiner Tochter wollte er ja auch was mitbringen. Ach so! Wir waren auch schon wieder etwas hungrig und das Angebot war so verlockend, dass Peter sich eine Portion Garnelen gönnte und ich die Nordseekrabben probieren konnte.

Peter war verwundert, dass ich keine Nordseekrabben kannte. Na, wie denn auch, als Berlinerin war ich – außer vor Ewigkeiten einmal auf Föhr auf einem Bundesjugendtreffen-Zeltlager – noch nicht an der Nordsee gewesen. Wobei … wir waren ja hier an der Ostsee. Warum Nordseekrabben eine Spezialität an der Ostsee sind, konnte Peter mir dann auch nicht erklären. Geschmeckt haben die winzigen Krabben jedenfalls lecker, so mit Remoulade auf Brötchen. Ganz anders als die „normalen“ Krabben, die ich bislang kannte, irgendwie fleischiger.

Anschließend war noch ein Spaziergang am Meer angesagt, bevor wir zurück nach Lauenburg fahren wollten. Peter steuerte Falshöft an, was mich etwas wunderte, ich hätte eher mit einem seiner Lieblingsstrände gerechnet. Aber ich sagte nichts dazu, in Falshöft stand ja der besagte Leuchtturm. Irgendwie wurde mir ganz warm bei dem Gedanken an den Leuchtturm und ich lächelte in mich hinein. Auch heute war es frisch am Meer, also waren wieder Mütze und Handschuhe angesagt. Wir waren noch nicht lang am Laufen, da kam Peter auf die Idee, dass wir den Leuchtturm besichtigen bzw. die Aussicht von oben genießen könnten.

Der Leuchtturm war leider verschlossen. Wie ich später im Web nachlesen konnte, hätten wir einen Termin für die Besichtigung vereinbaren müssen.

Als wir auf der Treppe vor der verschlossenen Tür standen, sagte Peter „Das ist aber schade, ich wäre gerne mit dir da rauf gegangen.“ Dass er es schade fand, passte nicht so ganz zu seinen strahlenden Augen. Ich konnte meine Augen nicht von seinen lassen. Er schien zu überlegen, sagte „Was machen wir denn jetzt?“ und dann „Komm, setz dich mal auf das Geländer.“ und hob mich dabei auch schon hoch.

Da saß ich nun oben auf dem Treppengeländer, an die Wand des Leuchtturms gelehnt, war dadurch auf Augenhöhe mit ihm. Peter nahm meine Hände in seine, schaute mir in die Augen und sagte mit glänzenden Augen, erst etwas stockend „Eigentlich wollte ich dich ja dort oben fragen, … ob du meine Frau werden willst. … Aber da wir da nicht rauf kommen, muss ich dich hier fragen. Willst du mich heiraten?“

Oh, ich hatte es fast erwartet, oder war es doch nur mein Wunsch gewesen. Egal. Mir kamen fast die Tränen vor Glück, ich strahle ihn an, sagte „Ja, ich will dich heiraten!“, löste meine Hände aus seinen, zog ihn an mich. Wir küssten uns, sahen uns an, küssten uns, strahlten uns an, küssten uns …

Peter war anzusehen, dass er erleichtert war, er sagte „Ich hatte Schiss, dass du nicht ja sagst oder nicht gleich ja sagst und Bedenkzeit haben willst. Und vor Bedenkzeit hatte ich noch mehr Schiss.“

Ich musste grinsen „Den Schiss hättest du nicht haben müssen. Ich hab mir nämlich schon vor gut ner Woche überlegt, dass ich dich heiraten werde.“ und küsste ihn wieder. „Aber das konntest du ja nicht wissen.“ Und dann lachte ich „Und nach über dreißig Jahren ist es doch mal an der Zeit, oder nicht?!“. Er lachte mit. Und dann küssten wir uns wieder.

 

Ein Gedanke zu „Für ihn lasse ich jeden anderen Kerl stehen – Kapitel 27 – Der Antrag

Was meinst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s