Er kommt zu früh!

Neeein, nicht das was ihr jetzt denkt, Mädels!
Aber trotzdem schlimm genug!

2012 war ich mit Hans zusammen. „Sorry, aber für so viel Gängelei ist in meinem Leben kein Platz…“ schrieb Hans den einen Abend im Oktober, nachdem ich ihn über die Gegensprechanlage vielleicht doch ein wenig heftig angeblafft hatte. Ich bin halt doch mal etwas aufbrausend…

Es war ja nicht das erste Mal, dass Hans viel zu früh (27 Minuten) bei mir vor der Tür stand. Das war noch nicht einmal die deutsche übertriebene Pünktlichkeit! Das war respektlos, wie er so einfach über meine Zeit verfügen wollte und Absprachen ignorierte.

Ich war gerade von der Kosmetik gekommen. Und wenn ich den Termin nicht kurzfristig 15 Minuten vorverlegt hätte, wäre ich um 20:03 Uhr noch gar nicht zuhause gewesen. So war ich gerade rein gekommen, da klingelte es auch schon, obwohl wir erst um 20:30 Uhr verabredet waren. Ich dachte „das kann doch jetzt nicht sein“ und bin zur Gegensprechanlage. Als ich die Stimme von Hans hörte, musste ich ihn gleich unterbrechen „Was machst du denn schon hier? Wir sind doch erst in einer halben Stunde verabredet!“.

Ich weiß gar nicht mehr genau, was er antwortete. Das muss irgendetwas wie „Was, ich dachte so gegen acht.“ gewesen sein. Ich antwortete nur noch „Nee, war halb neun, aber dann komm eben schon rauf.“. Wir hatten den Termin vor etwa drei Stunden über whatsapp ausgemacht, da hätte er, wenn er es nicht mehr wusste, einfach nachschauen können. Er kam dann nicht rauf, sondern ist wieder gefahren und etwas später kam dann die whatsapp mit der Gängelei.

Wer gängelt hier eigentlich wen?

Am Anfang hatte ich noch gegrinst, wenn Hans vielleicht zehn Minuten vor der vereinbarten Zeit, bei mir war und „Du kannst es wieder nicht abwarten, oder?!“ gesagt. Zwischen seinem Klingeln und bis er dann oben in meiner Wohnung war, habe ich mich dann abgehetzt mit Umziehen oder was gerade noch anlag.

Dann wartete er einmal schon vor meiner Haustür, als ich vom Sport kam, das war eine Dreiviertelstunde vor der vereinbarten Zeit. In meiner Wohnung wartete Wäsche, die abgenommen werden wollte und auch sonst musste ich noch aufräumen, mich umziehen, ein wenig stylen… Da hatte ich ihm das erste Mal etwas genauer erläutert, dass ich nicht ohne Grund bestimmte Termine vorschlagen und dann mit ihm ausmachen würde. Ich hätte einfach vorher keine Zeit, ihn zu treffen.

Seine Ausrede war dann, er hätte den Termin nicht mehr so genau im Kopf gehabt. Aber genau diese Ausrede zeigte wieder, dass er gar nicht so genau hinhört, wenn ich mit ihm einen Termin ausmache oder dass es ihn eben nicht so wirklich interessiert.

Ein, zwei Wochen vorher war es so, dass er mich abholen kam, weil wir zu einem Konzert fahren wollten. Es war etwas wenig Zeit zwischen Büroschluss und Konzertbeginn und so kalkulierte ich meine Wege- und Umziehzeit entsprechend knapp. Ich war gerade auf dem Heimweg vom Büro, da holte mich sein Anruf vom Fahrrad und er fragte, ob er mich jetzt schon abholen kommen könnte. Argh, ich konnte ihm nur sagen „Nein, die eingeplanten zehn Minuten brauche ich zum Umziehen und so. Ich habe jetzt auch keine Zeit zu telefonieren, denn ich muss erst einmal zuhause ankommen.“. Eigentlich sollte er sich inzwischen ja mal gemerkt haben, dass ich mindestens bis 18 Uhr arbeite. Positiv daran war immerhin, dass er wenigstens vorher angerufen hatte und nicht einfach vor der Tür stand.

Das zum Thema „zu früh kommen“, dann gibt es noch das Thema „nicht da sein“.

Wir waren in der Vorwoche bei Hans verabredet, um 20 Uhr. Ich hatte mich wie immer nach dem Sport beeilt, damit ich das pünktlich schaffe. Als ich bei ihm eintraf, machte mir sein einer Sohn Malte die Tür auf „Papa ist mit Finn eben noch einkaufen gegangen.“. Ich war etwas perplex, damit hatte ich nicht gerechnet.

Nach einer guten halben Stunde waren die beiden dann zurück. Hans begrüßte mich „Ach du bist schon da.“.
Mein „Ja, seit einer halben Stunde.“ nahm er nur beiläufig auf und begann die Einkäufe auszupacken.
Ich versuchte ihm klarzumachen, dass ich extra ein Gespräch mit einer Bekannten nach dem Training abgebrochen hatte, um pünktlich zur vereinbarten Zeit bei ihm zu sein. Dass er dann nicht zuhause war, als ich ankam, fände ich nicht gut.
Hans sagte „Malte hat dich ja reingelassen, wo ist das Problem?“
„Ich war mit dir verabredet und nicht mit Malte.“
Er guckte mich etwas verständnislos an „Aber ich musste doch noch einkaufen.“.

Der Kerl bestimmte einfach über meine Zeit! Er konnte sich anscheinend nicht vorstellen, dass ich besseres vorhabe, als meine Zeit mit Warten zu verschwenden. Genau wie er sich auch nicht vorstellen konnte, dass ich auch Zeit dafür benötige, bestimmte Dinge zu erledigen und mich nicht ständig abhetzen will.

4 Gedanken zu „Er kommt zu früh!

  1. Gerade bei Frauen ist es keine gute Idee zu früh zu erscheinen. Erstens braucht Ihr eh noch mehr Zeit als Ihr einrechnet (Jaja.. Machoscheisse) und zweitens mus sman euch einfach die gelegenheit geben euch aufzufrischen. Sonst fühlt Ihr euch halt nicht wohl und dann gibts auch kein Lächeln.
    Deswegen ist auch jeder Spontanbesuch ne fiese Nummer für Frauen 🙂

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