Nur ein Flirt? – Teil 3

(Fortsetzung zum Eintrag vom 21.11.2015)

Sonntag wollte Antje endlich mal in die Masterclass-Ausstellung, bevor die wieder zu Ende ist, ohne dass sie sie gesehen hat. So geht es ihr leider oft, sie will irgendwohin und wenn sie endlich wieder daran denkt, weil sie gerade mal Zeit hat, dann hat das Programm schon wieder gewechselt.

Da sie Samstag ja nicht so spät im Bett war, war Antje entsprechend früh wach und kam auf den Gedanken, Malte zu fragen, ob er mit in die Ausstellung will. Sie war sich allerdings nicht sicher, ob 9:30 Uhr für eine SMS an ihn vielleicht doch zu früh ist. Doch wenn er nicht gestört werden will, wird er ja sicher sein Handy aus haben, dachte Antje sich. Also schrieb sie „haste lust heute mittag mit ins c/o berlin zu kommen? bussi. antje“. Antje nahm an, dass Malte wissen würde wovon sie schreibt, da sie sich schon ein wenig über die Kunstszene unterhalten hatten.

Trotz der frühen Uhrzeit – er hatte sicherlich noch länger gefeiert – kam sofort seine Antwort „immer gerne, wann denn?“.

Da Antje gerade noch im Bad beschäftigt war, versuchte sie erst nach etwa 20 Minuten ihn anzurufen. Er ging nichts ans Handy, hm, also schickte ich eine SMS „so gegen 12, ich hab nur bis 15 uhr zeit“.

Es kam keine Antwort, also ist sie alleine in die Ausstellung gegangen. Das hatte Antje ja eh vor gehabt, somit war sie nicht enttäuscht, allerdings etwas verwundert. Gegen 13 Uhr schickte sie dann noch eine SMS hinterher „hej, biste wieder eingeschlafen? wie sieht‘s denn mit heut abend aus? cheers. antje“.

Entweder hatte Antje recht mit ihrer Vermutung oder sie hatte ihm mit ihrer SMS eine Vorlage für die passende Ausrede geliefert. Sie konnte sich aber schon gut vorstellen, dass ihn ihre SMS am recht frühen Sonntagmorgen geweckt hatte. Seine Antwort nun kam etwa eine halbe Stunde später „sorry, du hattest mich geweckt und ich bin wirklich wieder eingeschlafen, die nacht war kurz. wollte mich heute abend mit freunden treffen und etwas essen gehen, so gegen 19:30 uhr. wenn du lust hast, komm doch mit! gruss malte“.

So nach einem Date in trauter Zweisamkeit klang das jetzt nicht. Aber warum nicht mit ihm und seinen Freunden etwas Essen gehen. Antje hatte ja eh noch nichts für den Abend geplant. Außerdem findet sie es gut, sich anfangs nicht unbedingt allein zu treffen und sich dann vielleicht doch nichts zu sagen zu haben. Daher hatte sie auch vorgeschlagen zusammen in die Ausstellung zu gehen.

Zu einfach wollte sie es ihm jetzt aber nicht machen, also ließ sie sich mit der Antwort Zeit und rief ihn erst kurz vorm Zumba-Kurs an. Antje fragte, mit wem er denn Essen gehen wolle. Es sei ein Pärchen, mit dem er gut befreundet ist, das aber Samstag nicht dabei war. Sie würden sich häufiger zum Essen treffen, wenn er frei habe. Er freue sich auch immer darauf und Antje würde gut dazu passen, erklärte Malte. Na denn, kein Thema, sie würde mitkommen. Sie verabredeten, dass er etwa eine Stunde vorher bei ihr auf einen Aperitiv oder Kaffee vorbei kommt und sie dann gemeinsam zum Restaurant radeln.

Beim Zumba war Antje schon ein wenig abgelenkt und am Überlegen, was sie am Abend anziehen sollte. Klar irgendwelche süße Underwear, nicht zu sexy, aber ein bisschen, vielleicht die mit schwarzen Punkten auf rotem Grund. Mit den richtigen Dessous, fühlt sie sich auch angezogen deutlich mehr sexy. Außerdem würde sie ja schon mehr aus dem Abend machen wollen, wenn sich ihr Eindruck von Malte bestätigen würde. Und da muss frau ja entsprechend vorbereitet sein.

Malte trägt ja genau die Sachen, die sie an Männern mag. Auch wenn er sicher um die 50 ist, trug er die beiden letzten Tage leicht zerschlissene Jeans, genau richtig auf der Hüfte, dazu Sneaker und einmal ein verwaschenes rotes Surf-T-Shirt. Das T-Shirt natürlich lose über der Jeans, nicht in den Bund gesteckt. Antje kann es ja gar nicht leiden, wenn Männer zu enge Jeans tragen und die dann auch noch ewig weit hoch ziehen, dass die Hose im Schritt schon fast kneift und die Genitalien so richtig betont werden. Die richtigen Schuhe sind auch wichtig, darüber hatte sie sich am Freitag mit Corinna unterhalten, Cowboystiefel gehen z. B. gar nicht.

Antje entschied sich für hüftige, leicht baggy Jeans, ihre neuen Wildleder-Booties und ein türkises figurnahes Volcom-Longsleeve. Das würde passen, im Style ähnlich wie seine Outfits. Und dann doch keine rote Unterwäsche, türkise mit eine wenig Spitze passte besser unter das Shirt. Außerdem war es zu kalt zum Radfahren im Minirock. Sicherlich gehört Malte auch zu den Männern, die Miniröcke und Stiefel an Frauen mögen. Aber es muss ja auch noch Steigerungsmöglichkeiten geben, nicht nur was die Unterwäsche angeht. Kennengelernt hatte er sie ja auch in shreddigen baggy Jeans und frechem Pussy-de-Luxe-T-Shirt.

Auch wenn Antje nur an einer Affäre interessiert ist, will sie einen Kerl schon vorher besser kennenlernen. Und ein bisschen Verliebtheit schadet auch einer Affäre nicht.

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