Nur ein Flirt? – Teil 4

(Fortsetzung zum Eintrag vom 25.11.2015)

Um 18:30 Uhr wollte Malte zu Antje kommen, es kam aber erst einmal nur eine SMS „komme etwas später!“.

Irgendwie hat der Kerl es nicht so mit den Terminen, oder wie? Okay, es war jetzt kein Problem, da sie nicht extra früher heim gekommen war, weil sie mit ihm verabredet war, aber so ganz passend fand ich das jetzt nicht. Immerhin konnte Antje die Zeit nun nutzen, um ihre restlichen Urlaubsfotos ins Album zu kleben. Sie war gerade damit fertig, da klingelt es. Es war bereits 19 Uhr.

Die Begrüßung fiel mit einer schnellen Umarmung und mit einem kleinen Kuss weniger heftig aus, als der Abschied am Abend davor. Ihre geplante ironische Bemerkung zum Einhalten von Terminen konnte Antje nicht anbringen, da Malte gleich sagte, dass er meine Wohnung kennen würde. Antje guckte ihn erstaunt an und Malte fragte, ob sie eine Bekannte von Katja sei. Die Welt war wieder mal so klein. Antjes Vormieterin und ihr Freund, wegen dem sie die Wohnung aufgegeben hatte, sind Freunde von Malte. Antje hatte die Wohnung ja über einen Makler angeboten bekommen und kannte Katja eigentlich gar nicht. Sie hatte sie nur einmal getroffen, als sie die Wohnung vermessen hatte, als Katja noch darin wohnte.

Malte bekam seinen Kaffee und sie verquatschten über eine halbe Stunde mit Themen wie Wohnung, Radfahren, Klettern, Lieblingsessen etc. Er sagte, es käme nicht so darauf an, dass sie wie verabredet um 19:30 Uhr beim Italiener seien. Da konnte Antje dann doch noch anbringen, dass er es wohl mit der Pünktlichkeit nicht so habe. Das hatte sie nicht vorwurfsvoll sondern eher mit einem Smile von sich gegeben. Malte entschuldigte sich nun doch noch, dass er kurzfristig noch etwas zu erledigen hatte.

Er war heute etwas gediegener angezogen. Nein, das traf es nicht wirklich. Die Jeans war nur nicht ganz so geschreddet und er trug dazu ein hellgraues (gut sitzendes) Hemd, sogar in die Jeans gesteckt und eben auch Lederschuhe (stylisch mit Schnalle) statt Sneaker. Antje fragte, nicht ganz ernst gemeint, ob sie sich noch umziehen müsse, da ich ja deutlich legerer angezogen sei als er. Er schaute sie an, lächelte und sagte „du siehst gut aus so“.

Sie fuhren dann mit ihren Rädern zum Italiener, um festzustellen, dass dieser wegen Umbau geschlossen hatte. Nun war die Frage, wohin. Malte schlug libanesisch vor, nicht das Baharat um die Ecke, sondern ein richtiges Restaurant. Sie wollten sich gerade auf den Weg machen, da kamen ihnen die Freunde von Malte entgegen, genau so erstaunt, dass der Italiener geschlossen hatte. Die beiden hatten allerdings keine Lust auf libanesich und schlugen japanisch vor. Malte hatte Antje gut zugehört und sagte gleich, dass sie dabeibleiben würden, zum Libanesen zu gehen. Antje mag nämlich weder Sushi noch japanische Suppen. Sie unterhielten sich noch ein wenig miteinander und machten sich dann in getrennte Richtungen auf den Weg zu den Restaurants.

So hatten Antje und Malte doch ihr Essen nur zu zweit, somit ein klassisches Date. Malte war schon häufiger in dem Restaurant gewesen und Antje nahm seine Empfehlungen gerne an. Den Wein durfte allerdings sie aussuchen, da er sich damit nicht so gut auskannte. Sie teilten sich zwei Vorspeisen und naschten beim Hauptgericht vom Teller des anderen. Dazu tranken sie eine Flasche Rotwein und Wasser.

Als Antje Malte so direkt gegenüber saß, hatte sie den Eindruck, er würde vielleicht doch älter sein als sie. Er hatte auch jetzt im Winter leicht gebräunte Haut und ein schon recht faltiges Gesicht. Als er vom 75. Geburtstag seiner Mutter erzählte und dabei seine Geschwister erwähnte, fing Antje an zu rechnen. Sie fragte dann auch ganz frech, wie alt er sei. 46, oh doch jünger! Das hatte sie nicht gedacht, aber sie war ganz froh darüber.

Mit einem Grinsen fragte er dann „… und du? Aber Frauen fragt man ja so etwas nicht.“. Antje grinste zurück „Stimmt, Frauen über 28 fragt man nicht nach dem Alter. Ich feiere in sechs Wochen einen runden Geburtstag.“. Jetzt guckte er etwas irritiert und als sie „den 50.“ hinterher schob, guckte er noch irritierter. „Alle Achtung! Das hätte ich nicht gedacht, da hast du dich echt gut gehalten.“ Antje fragte ihn nicht, für wie alt er sie gehalten hat, aber anscheinend noch nicht einmal für 40.

Antje fühlte sich wohl. Es war echt schön, mit Malte im Restaurant zu sitzen, zu essen, zu reden und zu flirten. Ihnen gingen irgendwie gar nicht die Gesprächsthemen aus. Zwischendurch klingelte 2x sein Handy, was er mit der Bemerkung „jetzt nicht“ weg drückte. Beim 3. Klingeln sagte er „jetzt muss ich aber mal ran gehen“. Es waren Freunde von ihm, die immer aus Süddeutschland zu Sonderprojekten nach Berlin kommen und gerade angekommen waren. Nachdem er aufgelegt hatte, fragte er, ob sie noch kurz mitkommen würde, in die Kneipe am Hotel, wo die beiden immer wohnen, wenn sie hier sind.

Es war inzwischen schon nach elf, aber eine halbe Stunde konnte sich Antje vorstellen.

Dann kam die Rechnung. Antje war sich nicht sicher, ob er sie einladen würde. Er hatte zwar einen guten Job, aber Unterhalt für drei Kids im Teenie-Alter zu zahlen, somit sicher deutlich weniger Geld als sie. Sie schlug also vor, die Rechnung einfach zu teilen. Er schaute ihr in die Augen und sagte „Ich lade dich ein.“. Dazu konnte sie dann nur „Danke“ sagen.

Zum Hotel war es nicht weit und so lernte Antje die beiden Süddeutschen auch noch kennen. Die beiden fanden sehr nett, dass Malte mich mitgebracht hatte. Gegen Mitternacht wollte Antje dann aber heim und verabschiedete mich von den beiden.

Malte brachte sie noch zu ihrem Fahrrad. Zum Abschied gab es wieder eine recht heftige Knutscherei und seine Frage „Magst du morgen Abend zu mir kommen, ich habe morgen noch frei und du bist ja danach erst mal nicht da?“. Die Antwort war einfach „Nach dem Sport so gegen 20:30 Uhr?!“ Er sagte noch, dass er sich darauf freuen würde. Dann fuhr sie mit ihrem Rad los. Als sie an der Ampel warten musste, schaute sie sich noch einmal um. Malte stand noch an derselben Stelle, schaute ihr noch und winkte nun noch einmal.

Antje hatte ja schon fast damit gerechnet, dass sie an diesem Abend mit Malte im Bett landen würde, aber dann kamen ja dann seine süddeutschen Freunde dazwischen. Mit einem breitem Smile im Gesicht radelte sie heim.

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