Online-Dating – Jonas – das 1. Date

(Fortsetzung zum Eintrag vom 30.12.2015)

Das 1. Telefonat mit Jonas war trotz der fast drei Stunden viel zu kurz. Sie hatten so viel zu erzählen und seine Stimme war für Christine einfach  zum Wegschmelzen. Leider mussten sie bis zum 1. Date noch bis nach Weihnachten warten, da Christine erst geschäftlich in Hamburg und über Weihnachten bei einer guten Freundin in Garmisch war. Sie nutzten aber die Zeit für einige Telefonate, die in den Tagen vor Weihnachten 9aber auch immer nur endeten, weil sie dringend ins Bett mussten.

Dann kam der Tag des 1. Dates, direkt nach dem Weihnachtswochenende, der überhaupt erste mögliche Termin. Christine war echt aufgeregt! Ihre Haare lagen prima, doch die Kleiderfrage war wieder das Problem. Etwas was ein wenig sexy ist und ihre schlanke Figur gut zur Geltung bringt, sich aber auch gut ausziehen lässt. Außerdem musste sie damit gut zu Fuß sein, doch wenn man einen Mann Mitte 40 trifft, sind Sneaker vielleicht nicht so angeraten. Auch sollten die Absätze eher höher sein, da Jonas ja fast 30 cm größer ist als sie. Ein enges schwarzes Shirt, dazu Jeans, leicht baggy geschnitten, ihr Ledergürtel mit der schönen Roxy-Schnalle und die schwarzen Business-Stiefeletten. Die Daunenjacke musste es nicht sein, es war ja verdammt mild für Ende Dezember.

Jonas holte sie bei ihr vor der Haustür ab. Sie hatte sich mit ihn extra schon gegen 19 Uhr verabredet, auch wenn die Zeit zwischen Büro und Date damit etwas knapp war. Jonas rief an, nachdem er einen Parkplatz gefunden hatte. Ihre Adresse hatte er zwar, doch Christines Nachnamen kannte er noch nicht.  Schon als Christine aus dem Haus kam und ihn auf sich zukommen sah, war sie hin und weg. Eine männliche Erscheinung, sportlich schlank und groß, graumelierte Haare, ein leichter Dreitagebart und ein umwerfendes Lächeln. Jonas trug seine etwas weiteren Jeans auf den Hüften, dazu ein schwarzes langärmliges Shirt über der Jeans, ordentliche schwarze Schuhe und eine schwarze gefütterte Lederjacke, irgendein Motorrad-Label.

Sie hatten besprochen, dass sie erst einmal etwas Trinken gehen, um einen ersten Eindruck zu erhalten. Sie gingen also ins Eckstein und bestellten beide Tee, er Minze und sie Ingwer. Ihr Gespräch lief genau so easy wie ihre Telefonate. Es war nur einfach schöner, dass man sich dabei anschauen konnte. Auf den Tee folgte für ihn ein weiterer Tee und für Christine ein Wasser. So langsam bekam sie Hunger und so fragte sie ihn lächelnd „Und, wie sieht’s aus, gehen wir was essen?“. „Ja klar, ich habe auch Hunger, wo gehen wir hin?“ antwortete er grinsend. Somit war also der 1. Test bestanden, der Abend konnte gemeinsam weitergehen.

Jonas wollte bezahlen und stellte entsetzt fest, dass er seinen Geldbeutel nicht dabei hatte. Das muss ihm ja so richtig peinlich gewesen sein. Er sagte „Du, ich wollte dich einladen, aber ich hab anscheinend mein Portemonnaie im Auto vergessen. Kannst du eben zahlen, ich lad dich dann zum Essen ein.“ Eine komische Situation, aber Christine hatte nicht den Eindruck, dass der Kerl sich dann verabschiedet, wenn sie wieder bei seinem Auto sind.

Sie zahlte also. Dann liefen sie zurück zu seinem Auto, diskutierten inzwischen was sie essen wollten. Ihm gefiel ihr Pizza-Vorschlag. Nachdem er seinen Geldbeutel aus seiner Umhängetasche, die im Auto lag, geholt hatte, liefen sie zum Muntagnola. Da es schon nach 21 Uhr war, hatten sie Glück, dass ein kleiner Tisch für sie frei wurde. Christine bestellte diesmal Wein, Jonas wollte allerdings Wasser, da er ja noch fahren müsse. Aha! Dann bestellten sie beide die Pizza Prociutto Crudo. Sie hatten also denselben Pizza-Geschmack, wie schön! Die Unterhaltung lief lebhaft weiter und nach Espresso zum Abschluss übernahm Jonas auch – wie angekündigt – die Rechnung.

Sie wollten den Abend noch nicht beenden und liefen noch zum Mr. Hu. Christine hatte Lust auf einen Hemingway und Jonas bestellte jetzt doch ein Bier. Sie ließen sich Zeit, nippten nur an ihren Getränken. Sie quatschten weiter und schauten sich dabei oft in die Augen. Ihre Gespräche waren schon den ganzen Abend sehr persönlich, drehten sich um ihren Sport, ihr Leben und ihre Vorlieben.

Christine fühlte sich echt wohl mit Jonas und hätte es nett gefunden, wenn sie sich etwas näher gekommen wären. Das wäre easy machbar gewesen, denn es war eng an der Bar und sie saßen nebeneinander, aber Jonas machte keinerlei Anstalten in diese Richtung.

Irgendwann, es war schon fast Mitternacht, wollte Jonas nachhause fahren. Er brachte Christine noch zu ihrer Haustür und sie verabschiedeten sich mit einer festen und recht langen Umarmung. Christine hätte ihn gerne geküsst, wollte aber nicht den Anfang machen. Jonas, der die Tage zwischen den Feiertagen frei hatte, fragte auch nicht, ob er noch mit rauf kommen könne. Also ging Christine allein ins Bett. Sie hätte sich gar keine Gedanken darüber machen müssen, ob ihre Kleidung sich gut dafür eignete, ausgezogen zu werden.

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