Er ist von ihr ganz angetan!

(Fortsetzung zum Eintrag vom 11. Februar 2016)

Am Montag hatte Tanja Claus im Flieger von Düsseldorf nach Berlin noch ihre Telefonnummer gegeben. Sie hatten sich gut unterhalten und seine Aufmerksamkeit tat ihr gut.

Kaum vom Flughafen zuhause hat sie schon die erste whatsapp „Wow! Ich muss dir jetzt noch unbedingt schreiben. Dein Lächeln und deine sehr sympathische und charmante Art haben mich doch tatsächlich emotional berührt! Und ich möchte dich gerne so schnell wie es möglich ist, wiedersehen! Ich hoffe, ich bin nicht allein mit meinen Wünschen und meinen Empfindungen … Bin immer erreichbar für dich, wenn du das möchtest. Liebe Grüße. Claus.“

Ups, was ist das den jetzt? Der geht aber ab. Er ist ihr sympathisch gewesen, klar, sonst hätte Tanja ihm nicht ihre Nummer gegeben. Aber dass er jetzt gleich so los legt! Sie entscheidet sich, erst einmal nicht zu antworten.

Erst als sie auf dem Weg ins Fitnessstudio ist, schreibt sie ihm ganz sachlich „Geh jetzt zum Zumba, meld mich später. Bussi. Tanja.“

Als sie aus dem Kurs kommt, hatte ich schon die nächste Nachricht „Hast Lust mit mir gemütlich im Viertel (Charlottenburg) was Trinken zu gehen?“

Tanja hatte für den Rest des Abends nichts vor, also warum denn nicht? „Ja gerne, hab etwa ab halb neun Zeit.“

Inzwischen hatte Claus sie auch auf facebook gefunden, meldete Tanjas Smartphone. Sie bestätigt seine Freundschaftsanfrage, allerdings im „Bekannten“-Status. Es reicht, wenn er nur ein paar Fotos sieht. Sie ist natürlich auch neugierig und flippt mal eben durch sein Profil. Er scheint auch Musik zu machen, ein Foto mit E-Gitarre und Band war dabei. Davon hatte er nichts erzählt. Ansonsten nichts besonderes, mit  seinen Kids ist er nicht zu sehen.

„Soll ich dich abholen?“ fragt Claus. Tanja zieht es allerdings vor, mit dem Rad zu fahren, obwohl das Wetter nicht so einladend ist. Na, ggf. würde sie auch den Bus nehmen können. Sie verabreden sich für 20:30 Uhr im CAFE BLEIBTREU.

Sein „Jetzt muss ich noch über ne Stunde warten, um das schöne Lächeln live zu sehen.“ findet Tanja schon wieder übertrieben, er hängt noch „Die Fotos auf facebook sind aber auch schön, die gefallen mir sehr. Ich freue mich dich nachher zu sehen.“ hintendran.

Puh, sollte sie die Verabredung vielleicht doch canceln? Aber egal, ein Glas Wein würde schon nett sein, so schreibt sie eben „bis gleich“.

Zuhause überlegt sie kurz, was sie anziehen soll. Sie muss auf jeden Fall raus aus ihrem Office-Outfit. Sie entscheidet sich für die skinny Jeans mit Kurz-Stiefeln und ein figurbetonendes dunkelgraues Oberteil mit U-Boot-Ausschnitt, was mit Push-up-BH schon sehr sexy aussah. Darüber muss natürlich der wetterfeste Wintermantel und ne Mütze ist auch angesagt.

Claus wartete – trotz des ussligen Wetters – vor dem Eingang, als sie ein paar Minuten verspätet ankommt. Die Zeit war doch etwas knapp bemessen gewesen. Zur Begrüßung gibt es das übliche Bussi-Bussi. Sie fanden einen keinen Tisch für sie zwei, den Tanja auswählte, da Claus eher unentschlossen ist. So Kavalier ist er dann doch nicht, dass er ihr ihren Mantel abnahm. Auch bestellte er vor ihr seinen Campari-O (seltsames Getränk im Winter), während sie noch überlegt, welchen Rotwein sie nehmen mag.

Das Gespräch kommt schnell in Gang, wobei Tanja wieder mehr über ihn erfährt, als er über sie. Sie sitzen sich nicht direkt gegenüber, sondern über Eck. Manchmal hat Tanja den Eindruck, es fällt Claus schwer, sie direkt anzuschauen. Was ist das jetzt?

Tanja findet Claus nach wie vor recht interessant, aber nicht mehr, auch wenn er sicherlich attraktiv ist. Vielleicht könnte er ein neuer Kumpel werden, mit dem man ab und zu mal weggehen kann. So viele gemeinsame Interessen scheinen sie ja sonst nicht zu haben.

Sie haben fast ausgetrunken, da kommt ein Freund von Claus vorbei. Er setzt sich zu ihnen, ohne zu fragen, ob er darf. Er wusste schon, dass sie Tanja war. Claus hatte ihm auch erzählt, wie sie sich kennengelernt hatten. Beides lässt darauf schließen, dass er ein guter Freund sein muss. Er fragt dann, ob sie mitkommen würden, ums Eck in die xxxx-Kneipe (Tanja kann sich den Namen nicht merken), da seien noch weitere Freunde. Tanja hat nichts dagegen, besonders da Claus auch erwähnt hat, dass ein Freund dabei sei, der über zehn Jahre in Südafrika gelebt hatte und erst seit kurzem wieder hier sei.

Claus bezahlt Tanjas Wein und auch später ihr Wasser, so wie es sich für ein erstes Treffen gehört. Tanja bleibt noch gut eine Stunde mit ihm und seinen Freunden in der anderen Kneipe. Es ist echt nett, denn der Typ, der in Durban gelebt hatte, hat viel zu erzählen und kann Tanja einige Fragen zum Leben in Südafrika beantworten. Claus beteiligt sich nicht so sehr am Gespräch, sieht Tanja aber wieder häufiger an.

Dann verabschiedet sich Tanja von seinen Freunden. Claus bringt sie noch zu ihrem Fahrrad, nicht ohne zu bemerken, dass es Wahnsinn sei, bei diesem Winterwetter damit durch die Stadt zu radeln. Er hätte sie doch abholen können. Na immerhin, Charlottenburg und Schöneberg sind ja nicht so weit auseinander. Tanja bedankt sich noch für den netten Abend und gibt ihm wieder die üblichen Bussis. Claus versucht dabei sein Gesicht etwas zu drehen, dass sie fast auf dem Mundwinkel landen. Na ja! Das muss jetzt echt nicht sein. Aber Tanja direkt zu küssen, das traut er sich nicht. Zum Glück, das hätte ihr gerade noch gefehlt!

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