Online-Dating – Jonas – es ist Zeit für ein Gespräch

(Fortsetzung zum Eintrag vom 15.02.2016)

Christine hatte langsam den Eindruck, dass Jonas nicht aus psychischen, sondern aus körperlichen Gründen Probleme mit Erektion und Orgasmus hat. Lillian lieh ihr ein schlaues Buch über die männlichen Wechseljahre. Christine fand reichlich Bestätigung ihrer Theorie. Zwischen 40 und 55 lässt es bei den Männern hinsichtlich Erektions- und Orgasmusfähigkeit nach, das ist eine ganz normale Alterserscheinung (gegen die Mann aber auch etwas tun kann).

Auf jeden Fall war es mal an der Zeit, darüber zu reden. Nicht immer nur ein „das ist schon gut so“ zu hören zu bekommen, wenn er wieder nicht gekommen ist. Mit ihrer Freundin Lillian beriet sich Christine darüber, wie das am besten anzustellen sei. Lillian hatte leider auch schon Erfahrungen mit Männern in den Wechseljahren gemacht.

Samstag lieferte ihr Jonas die beste Vorlage für dieses Gespräch. Sie waren bei Christine, hatten gekocht und hingen kuschelnderweise bei einem Wein auf ihrem Sofa ab. Christine weiß inzwischen, dass mit Jonas Sex im Wohnzimmer nicht möglich ist, also entschied sie, diesen im Schlafzimmer zu haben und zwar jetzt sofort.

Sie hatte die Weinflasche schon ins Schlafzimmer gebracht, dort auch Kerzen angezündet und eine Latin Jazz CD gestartet. Das hatte Jonas noch nicht mitbekommen, er hatte sicher gedacht, sie wäre nur mal eben ins Bad gegangen. Christine löschte nun langsam die Lampen im Wohnzimmer. Er fragte mit einem Blick auf die Uhr „hey, was hast du denn vor, es ist doch erst halb elf“. Sie grinste ihn an „wir gehen ins Bett“. „Ja, aber ich bin noch gar nicht müde.“ antwortete er. Mit den Worten „genau deshalb“ nahm sie seine Hand und zog ihn hinter sich her ins Schlafzimmer. Nebenbei nahm sie noch die zwei Weingläser mit.

Immerhin gab es kein „ich geh mir eben noch Zähneputzen“, romantisch war es aber trotzdem nicht. Jonas zog sich einfach bis auf die Unterhose aus. Da er keine Anstalten machte, sie auszuziehen, zog Christine sich ebenfalls bis auf die Dessous aus. Im Stehen knutschten sie erst einmal. Christine massierte Jonas‘ Po, schmiegte mich an ihn. Er knutschte ihren Hals, was sie immer ziemlich anmacht. Sie weiß aber nicht, ob er das schon registriert hat, denn er knutscht sie dort manchmal erst nach Aufforderung. Jonas öffnete ihren BH, küsste ihre Nippel ein wenig und schob auch schon ihr Höschen runter, legte dann seine Hände fest auf ihre Pobacken.

So standen sie noch eine Weile aneinandergeschmiegt, wobei sie wieder seinen Hals knutschte. In der Position kam sie nicht bis zu seinem Mund, da war der Größenunterschied doch hinderlich. Jonas ließ Christine aufs Bett gleiten, zog ihr eben ihr Höschen aus und ließ seine Shorts folgen. Dann drang er auch schon in sie ein. Sein Schwanz war wie immer nicht ganz standfest, aber wie immer ging es doch recht einfach. Christine mag seinen Körper, Jonas macht sie einfach an. Jonas hat einen kräftigen fleischigen Schwanz und wenn sie schon so nass ist, flutscht es einfach. Es folgte der übliche schon fast ein wenig langweilige standardmäßige Akt. Nachdem Christine gekommen war, brach Jonas die Sache auch recht schnell ab. Er blieb wie immer einfach auf ihr liegen und murmelte „das war schön“ in ihr Haar. Argh, sie hätte schreien können!

Nachdem sie Jonas irgendwann von sich geschoben hatte, machten sie es sich an die Kissen gelehnt mit dem Rest Wein gemütlich. Christine hielt das nun für eine gute Gelegenheit, das Gespräch zu beginnen. Besser als am Tisch, wo man sich gegenüber sitzt. So nebeneinander an das Kopfteil vom Bett angelehnt, muss man sich nicht unbedingt angucken. Für ihn würde das Gespräch sicher etwas peinlich sein.

Christine startete mit „Kann es sein, dass ich mehr Sex will als du?“
Jonas, nach einer kleinen Pause „Wie meinst du das?“
Sie: „Ich habe den Eindruck, dass du mir manchmal ausweichst, dass du versuchst, die Sache zu umgehen. So wie heute, als du gesagt hast, dass du noch nicht müde bist und somit noch nicht ins Bett willst.“
Er: „Ja, meine Ex-Freundinnen wolltest deutlich weniger oft Sex als du. Da bist du schon sehr ungewöhnlich.“
Sie: „Ähm, gerade so am Anfang finde ich es eher normal, wenn man ständig schon fast übereinander herfällt. Da finde ich jetzt nicht, dass ich ungewöhnlich bin.“
Pause.
Sie „Ich finde dich sexy und ich habe dann einfach Lust auf dich. Ich habe aber irgendwie den Eindruck, dass du da nicht so ein Interesse daran hast.“
Er: „Aber wir müssen uns doch erst einmal kennenlernen.“ Was war denn das für eine Antwort? Die passte nicht wirklich.
Christine guckte Jonas erstaunt an „Wir kennen uns jetzt über vier Wochen. Die erotische Anziehung ist eher stärker, wenn es noch unbekanntes gibt. Das ist meine Erfahrung. Abgesehen davon, machst du es mir aber auch schwer, dich kennenzulernen.“
Er: „Wieso?“
Sie: „Du zeigst mir nie, ob dir gefällt, was ich mit dir tue. Du bist so verdammt ruhig.“
Er: „Das braucht seine Zeit, das muss man erfühlen, sich langsam rantasten.“
Christine musste blöderweise schon fast lachen „Wie viel Zeit? Wir sehen uns ein paarmal die Woche, verbringen die Nächte zusammen. Ich versuche ständig, irgendwas rauszufinden. Aber du zeigst nie irgendwelche Reaktionen, wie soll das dann gehen? Und ich habe den Eindruck, du bist erst einmal gekommen, in dieser Zeit.“
Pause.
Christine guckte ihn nicht an „Stimmt das?“
Er: „Ja, ich brauche meine Zeit, mich fallenlassen zu können.“
Ähm, das hatte sie ja noch nie von einem Mann zu hören bekommen, das glaubte sie nicht. „Es ist ja nicht nur so, dass du nicht kommst, es ist ja auch so, dass deine Erektion nicht ausreichend ist.“
Er: „Wie meinste das denn jetzt? Wir schlafen doch miteinander.“
Sie: „Ja, aber dein Schwanz wird nicht richtig hart. Es geht zwar irgendwie, aber eben nicht so, wie es gehen könnte. Und mir ist es auch wichtig, dass du was davon hast. So egoistisch bin ich nicht, dass nur ich auf meine Kosten kommen will.“ Dass es außerdem ziemlich langweilig mit ihm ist, sagte sie mal besser nicht.
Pause.
Sie: „Ich habe ja schon versucht rauszufinden, ob du vielleicht etwas spezielles brauchst, was dich anmacht, aber den Eindruck habe ich auch nicht. Ich habe einfach immer mehr das Gefühl, du versuchst zu vermeiden, mit mir zu schlafen.“
Wieder keine Reaktion. Christine schaute Jonas an. In seinem Gesicht war nichts zu erkennen, es wirkte einfach nur irgendwie neutral.
„Kann es sein, dass du vielleicht Lust hast, aber es einfach nicht so funktioniert, wie du es dir vorstellst?“ fragte sie vorsichtig.
Er, nach einer Weile: „Wie meinste das denn?“
Oh Mann, mit dem Kerl war echt schwer zu reden. Christine antwortete „Na, es ist einfach so, dass die Erektions- und Orgasmusfähigkeit mit dem Alter abnimmt. Das beginnt irgendwann zwischen 40 und 55 und du bist jetzt in dem Alter.“
Er, recht entrüstet: „Das kann nicht sein, so alt bin ich noch nicht.“ (Er ist 45.)

Christine hatte keine Lust mehr, weiter zu reden. Das führte diese Nacht zu nichts. Sie dachte sich, er könne jetzt erst einmal darüber nachdenken. Sie kuschelte sich an ihn. Dann nahm sie erstmal einen Schluck Wein. Dann küsste sie ihn. Er erwiderte den Kuss.

Seufz, warum muss sie nur immer an so komplizierte Männer geraten?!

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