Nur ein Wasser oder vielleicht ein One Night Stand?

(Fortsetzung zum Eintrag vom 24. Februar 2016)

So ganz ums Eck war es dann doch nicht, sie liefen – Tanjas Fahrrad schiebend – sicherlich fünf Minuten. Als sie in seine Wohnung kamen, musste er im Flur erst einmal seinen Wäscheständer aus dem Weg räumen. Also war er auf das Nicht-allein-Heimgehen auch nicht vorbereitet. Ganz hübsche Wohnung, auch recht ordentlich und sauber, wie Tanja feststellte, und somit kein Grund schnellstmöglich wieder zu verschwinden.

Er nahm ihr die Jacke ab und Tanja folgte ihm in die kleine Küche. Sie bekam ihr Wasser und er genehmigte sich noch ein Bier. Smalltalk über die Kneipe, das Leben in Wilmersdorf und Schöneberg usw. Sie hatte ihn gefragt, warum er einen Globus im Flur stehen hat, ob er viel reist. Nee, der Globus sei noch aus Schulzeiten. Hmpf??? Das sollte doch schon eine Weile her sein, er hatte doch schon erzählt, dass er einen Job als Elektroingenieur hat.

Irgendwann lehnte er sich von hinten an sie, nahm sie in den Arm, drehte sie langsam um. Es war einfach angenehm und gegen den folgenden Kuss hatte Tanja gar nichts, auch wenn sie inzwischen wieder etwas nüchterner war. Nach diesem Kuss fragte sie ihn dann auch nach seinem Namen. Er grinste „ach ja, da war noch was“, nannte seinen und fragte nach ihrem Namen.

Die Küche war durch das Licht der Dunstabzugshaube nur schwach beleuchtet, warm war sie auch, Tanja fühlte sich wohl. Es machte gar nichts, das Tank-Top dort von ihm ausgezogen zu bekommen. Jan nahm sie dann aber doch an der Hand und mit ins Schlafzimmer. Er küsste himmlisch, das Verlangen wuchs und Kondome hatte er in der Kommode griffbereit.

Tanja ist ja immer ganz froh, wenn es beim Sex nicht ganz so hell ist. Wobei, in der Sonne unter freiem Himmel hat schon was. Sie kann zwar nicht unbedingt behaupten, sie hätte Orangenhaut, aber das Bindegewebe, besonders im Bauch-Bereich (alle sagen, sie hätte gar keinen Bauch – Fremdwahrnehmung, ts!) ist halt nicht mehr so dolle (genetisch bedingt oder so). Jan hatte im Flur den Globus gegriffen und eben schnell neben dem Bett in die Steckdose gesteckt. Der Globus war nun die einzige Beleuchtung im Schlafzimmer und gab ein gedämpftes warmes Licht.

Es war kein wilder Sex, eher behutsam. Jan sagte, er würde sonst zu schnell kommen. Tanja war fix bei der Sache und so dauerte der Akt nicht lange, was gerade so richtig passend war. Danach kuschelten sie sich aneinander, zu wach um zu schlafen, auch wenn es inzwischen fast drei Uhr war. Nach einer Weile wurde Jan wieder aktiv und sie hatten wieder feinen orgiastischen, wenn auch recht unspektakulären Sex. So war es genau richtig, so wie Tanja in dem Moment danach war. Und dafür, dass sie es die ersten Male taten, war es richtig prima.

Tanja fühlte sich wohl bei Jan und ist nahe bei ihm liegend eingeschlafen. Gegen halb sieben wurde sie wach und ging eben aufs Klo. Sie überlegte einfach zu verschwinden, Jan war süß, ja genau das traf es, süß und verdammt jung anscheinend. Sie war grad dabei, sich anzuziehen, als er wach wurde. „Wie, du willst doch jetzt nicht etwa gehen?“ sagte er, stand auf, zog sie an sich und ihr wieder ihre Jeans und ihre Wäsche aus. Er hatte schon wieder einen Steifen, verdammt leistungsfähig, der Typ! Sie hatte auch gar nichts gegen ein weiteres Mal einzuwenden. Seine Küsse und sein fester Body machten sie so an, dass sie wieder fast sofort gekommen ist.

Gegen neun wurde Tanja erneut wach, Jan schlief noch. Sie hatte gestern schon gesehen, dass sein Reisepass auf der Kommode lag. Inzwischen war es ja hell genug, dass sie da einfach mal reinschauen konnte. So ohne Lesebrille, die sie mit ihren 51 Jahren ja nun doch braucht, konnte sie zwar nicht alles so schnell mal eben entziffern, aber der Jahrgang ließ eindeutig auf ein Alter von 30 oder 31 schließen, verdammt! Schon wieder so ein junger Typ!

Dann suchte sie in ihrer Umhängetasche nach ihren privaten Visitenkarten und legte eine neben den Globus, danach ging sie ins Bad. Als sie zurückkam und sich dann anziehen wollte, war Jan wieder wach. Er schüttelte den Kopf und wunderte sich, warum sie sich denn so heimlich verkrümeln wollte. Tanja konnte ihm nur sagen, dass sie los müsse, sei zum Frühstück verabredet (das stimmte auch) und dass sie ihn ausschlafen lassen wolle. Noch eine letzte Knutscherei, dann ist sie mit den Worten „das können wir gern mal wiederholen“ und seiner Antwort „na klar“ gegangen.

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