Ist es wirklich nur eine Affäre?

(Fortsetzung zum Eintrag vom 6. März 2016)

Wie verabredet ist Tanja am Samstag nach dem Yoga zu Jan gefahren. Es war wie am Mittwoch auch. Kaum war sie in seiner Wohnung fielen sie schon übereinander her. Die Anziehung ist echt heftig und der Sex war wieder genial.

Dann lagen sie quatschend im Bett, bis Jan fragte, ob sie jetzt Essengehen sollten. Sie machten sich frisch und gingen dann ins RIBALTONE, eine Osteria, die Tanja noch nicht kannte, wo Jan aber schon fast wie ein alter Freund begrüßt wurde. Da es schon etwas später war, gab es auch einen freien Tisch. Nachdem sie bestellt hatten, brachte Tanja das Gespräch auf ihr Verhältnis. „Verhältnis“ ist ein schräges Wort, aber das trifft es besser als „Beziehung“.

Sie startete damit, dass sie ihm sagte, wie sehr sie ihre Treffen genießen und wie gern sie mit ihm schlafen würde, aber dass sie keine feste Beziehung haben wolle. Jan war nicht anzumerken, wie er das aufnehmen würde, er wirkte einfach nur interessiert. Er fragte, wie sie sich das denn vorstellen würde. Tanja erklärte ihm, dass sie sich einfach nicht binden wolle, da sie ja langfristig nicht vorhabe in Berlin zu bleiben.

Sie fragte Jan erst einmal nicht, wie er die Sache sehen würde. Sie musste immer noch an die Rosen denken, die er zum ersten Date mitgebracht hatte. Möglicherweise hatte sich Jan ja doch etwas verliebt. Sie wollte ihn nicht in die Situation bringen, sich zu viel zu vergeben. Sie erklärte ihm, dass sie ihn sehr gerne ab und zu treffen würde, aber dass es für sie eben nur eine Affäre sei.

Dann kamen seine Pasta und ihre Antipasti und so hatte Jan erst einmal Zeit, Tanjas Ansage sacken zu lassen. Er schaute wieder von seinem Essen auf und ihr in die Augen. Er meinte, das sei schon in Ordnung so. Er würde sie auch gerne ab und zu sehen, denn auch er würde sehr gerne mit mir schlafen.

Prima, so hatten sie das also geklärt. Auch wenn Tanja sich nicht ganz so sicher war, ob Jan auch wirklich meinen würde, was er da gesagt hatte. Dann drehte sich das Gespräch um Tanjas – noch nicht so ganz konkreten – Zukunftspläne. Später fragte sie ihn, was er sich für sich so vorstellt. Darüber macht er sich gerade nicht so viele Gedanken, da er letzten Herbst erst seinen ersten Job angetreten hat und nun mal sehen muss, wie das so läuft.

Nach dem Essen brachte der Kellner noch zwei Averna aufs Haus, das war anscheinend das, was Jan üblicherweise nahm. Er blieb noch eine Weile bei ihnen stehen, fragte nach Jans Motorroller und Tanja, wie ihr die Antipasti geschmeckt hatten. Es war genau zu merken, wie interessiert er daran war, Jans Begleitung genauer anzuschauen. Entweder kam Jan sonst immer alleine oder mit wechselnden Frauen in die Osteria. Irgendwie hatte Tanja den Eindruck, dass sie etwas besonderes war.

Jan bezahlte die Restaurantrechnung. Der Kellner hatte auch gar nicht gefragt, ob sie gemeinsam zahlen würden, er hatte die Rechnung einfach Jan vorgelegt. Das hätte Tanja jetzt auch komisch gefunden, wenn sie getrennte Kasse gemacht hätten. Immerhin hatten sie letztens bei ihr gekocht.

Dann liefen sie wieder zu ihm nachhause und Tanja ging ich noch mit zu ihm rauf. Das schien für beide selbstverständlich. Sie machten jetzt doch einen Wein auf und hatten noch einen kleinen Quickie in der Küche, noch bevor der Wein eingeschenkt war. Dann kuschelten sie sich in Jans Bett. Tanja fragte Jan nach seinem Job und vorangegangenem Studium. Tanja wollte nicht über Nacht bleiben, nach dem Glas Wein wollte sie heim. Sie musste noch ein wenig aufräumen, da am Sonntagmittag Mona mit der Flieger ankommen würde. Ihre Freundin Mona aus Düsseldorf hatte am Montag einen geschäftlichen Termin in Berlin und konnte schon einen Tag früher anreisen. Tanja freute sich auf den Tag mit Mona.

Tanja hatte Jan auch nicht begründet, warum sie in dieser Samstagnacht gehen wollte. Er hat sie auch nicht gefragt, ob sie nicht doch über Nacht bleiben will. Sie verabschiedeten sich mit einer innigen Umarmung und einem langen Kuss.

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