Sahneschnitte

Hätte sie doch nicht alleine nachhause gehen sollen?

Lucia kommt gerade aus dem KUMPELNEST. Lillian und sie waren schon ewig nicht mehr dort gewesen, aber gestern war es genau das Richtige. Lillian hatte ein Mann-freies Wochenende daheim, da Peter das Wochenende in sein neues Haus-Projekt investieren wollte. Lillian ist hin- und hergerissen, einerseits ein wenig genervt, wenn Peter am Wochenende keine Zeit für sie hat, andererseits aber auch ganz happy, mal ihr Ding machen zu können. So wollte sie mal wieder ins NEST, wo sie mit Peter noch nie war. Von dem sie Peter auch noch nicht erzählt hatte. Einfach mal wieder flirten und Spaß haben und genau das hatte Lucia auch gerade nötig.

Bei Lillian brezelten sie sich auf, toupierten sogar ihre Locken. In Lillians Klamottenfundus fand sich noch ausreichend leicht punkiges Zeugs, Marke „Susan verzweifelt gesucht“. Da beide etwa gleich klein und zierlich sind, passen Lillians Sachen auch Lucia. Mit einer Flasche Mumm glühten sie vor. Dann fielen sie noch kurz ins HABIBI ein, weil sie Hunger hatten.

Wie immer war es rappelvoll, Flirts waren unausweichlich. Kaum waren sie drin, wurden sie von der Stimmung mitgerissen. Es war gar nicht möglich irgendeinem Kerl nicht direkt in die Augen zu sehen. Lucia und Lillian drängelten sich tanzend durch die Menge Richtung Bar. Auch diesmal brauchten sie keinen Drink zu bezahlen. Kaum an der Bar, bestellte ihnen ein schon etwas älterer Herr eine Flasche Prosecco. Das war aber kein Grund, sich nur mit dem zu beschäftigen, auch wenn er sehr nett war.

Dann entdeckte Lillian die Sahneschnitte. Sie weiß, so ein Kerl entspricht genau Lucias Beuteschema. Nachdem Lucia seinen Blick gefunden und ihn ausgelassen angelacht hatte, kam er auch zu ihnen rüber.

Irgendwann war die Flasche Prosecco leer, der Gönner verschwunden und die Mädels müde. Lillian wollte gehen, es war spät (oder früh) genug.
Benno wollte Lucia mit nachhause nehmen. Er beteuerte ihr, er wolle sie nur im Arm halten und ihr am nächsten Morgen ein leckeres Frühstück machen. Sie grinste ihn an, er kannte ihre Gedanken nicht. Da würde sie aber mehr wollen, aber eben nicht in dieser Nacht. Sie war inzwischen verdammt müde und hatte auch ein wenig zu viel Alkohol. Außerdem waren Lillian und sie ja vorher noch beim Falafel-Laden gewesen, hatten drinnen gesessen und dementsprechend rochen ihre Haare und ihre Klamotten.

Benno wohnt nicht weit weg, aber eben vom KUMPELNEST doch in die andere Richtung. Er ist echt eine Sahneschnitte, hat einen durchtrainierten, aber nicht übertrieben muskulösen Body, ein wenig Bart, blaue Augen und millimeterkurzgeschorene dunkle Haare. Lucia wollte auf keinen Fall bei ihm übernachten, ihm nicht am nächsten Morgen den Geruch nach Imbissbude zumuten. Sie hatte überlegt, mit zu ihm zu gehen, war aber nicht sicher, ob sie von ihm später so einfach auf der Straße ein Taxi nachhause kriegen würde.

Nachdem Benno zu ihr rübergekommen war, fingen sie irgendwann an zu tanzen, das ging schon fast gen Rock’n’Roll, sofern es die Enge im Nest hergab. Zu einem Schlager schwoften heftig, fingen an zu knutschten. Nach einer Weile ergatterte Benno einen Platz am Rand und zog Lucia auf seine Knie. „Du fühlst dich so gut an, ich will dich im Arm halten, will, dass du heute Nach in meinem Arm schläfst.“

Er fühlte sich auch verdammt gut an und das Knutschen war himmlisch. Überhaupt tat es Lucia so richtig gut, von dieser vielleicht Mitte dreißigjährigen Sahneschnitte begehrt zu werden. Aber aus den erwähnten Gründen wollte sie nicht mit ihm heimgehen. Irgendwann hat er es dann akzeptiert und war dafür, dass sie sich bei ihm melde sollte, um den Abend ein andernmal fortzusetzen. Er gab ihr seine Handynummer, die sie auch gerne abspeicherte.

Lillian machte sich bemerkbar, wollte sich verabschieden, wünschte grinsend noch eine schöne Nacht. Lucia sagte nur „Ich gehe auch gleich, komme mit dir mit, aber ohne diese Sahneschnitte“.

Dann verabschiedete sie sich von Benno. Netterweise kriegten sie gleich ein Taxi, das erst Lillian und dann sie heim brachte. Und nun ist sie zuhause. Hm, es wäre schon schön, jetzt diesen schönen festen Body zu spüren und Benno zu küssen. Aber sie merkt doch den Alkohol und daher verwirft sie die Idee gleich wieder, ihn jetzt doch gleich anrufen.

Was meinst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s