Geschäftsbeziehungen – 2. Teil

(Fortsetzung vom 8. Mai 2016)

Robin hatte Ela nach ihren Telefonaten vorletzte Woche eine beeindruckende Mail geschrieben, auf die sie am Tag drauf dann auch geantwortet hatte:

„AW: Besser spät als nie!
Hej, was für eine Mail!
Schreiben Sie eigentlich auch noch andere Sachen,
Robin?
Nicht nur der Inhalt der Mail auch die Art und Weise wie Sie schreiben erzeugt ein Lächeln.
Bei uns im Büro ist gerade Stress-Hektik wegen diverser Controlling- und Planungsarbeiten, die eigentlich schon im April hätten abgeschlossen sein sollen. Privat sieht es auch nicht besser aus, gerade sind aus irgendwelchen Gründen viele Freunde aus dem Ausland in der Stadt, dass ich zu gar nichts mehr komme. Somit auch zu keiner langen Mail.
Düsseldorf kann ich Pfingsten leider nicht verlängern, mein Flieger geht am Mittwochmorgen zurück nach Berlin und dann muss ich gleich ins Büro. Vielleicht bietet diese Woche eine bessere Möglichkeit, mal wieder zu telefonieren. Zum Mailen habe ich da sicher auch mehr Zeit.
Sind Sie eigentlich im MTB-Forum? Vielleicht mit ein paar Fotos?
Lieben Gruß aus dem immer noch winterlich kalten Berlin!
Ela“

Erst eine Woche später bekam sie dann eine Antwort von Robin, gesendet nachts gegen 3 Uhr. Sie hatte sich schon gewundert, dass er sich so lang Zeit gelassen hat. Seine Mail erklärt das nun:

„Es kann nur besser werden …
Hey Fr. P.,
eigentlich sollte eine Mail ja nicht vorwurfsvoll beginnen aber nach erneut langer virtueller Abstinenz, unsäglichen Wartens ohne eine Lebenszeichen oder einer Antwort, steht Ihnen mein Postfach nun erstmal für reichlich Kritik, Unmut oder sonstigen Aktivitäten zur freien Verfügung!!!
Leider waren die vergangenen Tage aber auch nicht wirklich von Frühlingsfreuden geprägt … denn neben familiären Streitigkeiten und der ungeklärten Arbeitssituation, überfiel mich letzte Woche eine fiese Darminfektion. Was mein Körper letztlich mit Totalausfall quittierte und wohl wesentlicher Grund für mein langes „offline Dasein“ gewesen sein muss. Die anschließende Freude, einem nicht nur medial gefürchteten EHEC o. ä. Erreger aber entkommen zu sein, trübt nun zu allem Übel noch eine starke Erkältung. Hervorgerufen durch hemmungslosen Frischluftgenuss der letzten Tage natürlich ganz „cool“ … ohne empfehlenswerte, wetterfeste Kleidung 😉
Trotz all dieser Hürden habe ich jedoch den Weg wieder an den Rhein gefunden und genieße grad ein paar Tage Ruhe zwischen unzählig bevorstehenden Vatertagsumzügen und den unschlagbaren Kaufangeboten des Einzelhandels … dem Anglizismus sei Dank…jetzt „SALE“ genannt )))
Ja und bei Ihnen? Stress-Hektik? Controlling- und Planungsarbeiten? Hey Fr. P., das hört neben meinen posttraumatischen Erkältungsbeschwerden und während der Rest der Nation noch glücklich im verlängerten Osterurlaub verweilt, mal wirklich bemitleidenswert an! Ich hoffe Sie haben dafür wenigstens die Wochenenden einigermaßen erholsam verbracht!
Die Frage, ob ich als User in einer einschlägig bekannten „Social network Plattform“ für Zweiradfreunde unterwegs bin, muss ich leider verneinen … außer ein paar Verkäufen gingen meine bisherigen Aktivitäten dort eher gegen null … Sie etwa? Na dann her mit den Beweisfotos!
Was das Schreiben angeht, komme ich bis auf Belastungsanzeigen, Gutschriften oder die ein oder andere Freundschaftsmail eigentlich nicht weiter hinaus. Aber natürlich schön zu lesen, dass man selbst unter solch düsteren Arbeitsaussichten wie diese Woche, bei Ihnen ein Lächeln damit erzeugen kann 😉
Leider verlässt mich beim Blick auf die Uhr aber schon wieder die Lust, meine journalistische Karriere hier und heute noch weiter zu vertiefen. Sollte jedoch trotz meiner bisher eher ungewollten Defensivstrategien, Ihr Angebot zu einem Telefonat noch stehen – dann gern in Kürze – dann ausführlicher – und bei Angabe einer Rufnummer, mache ich dann gern meinen Telefonanbieter glücklich!?
Bis dahin liebe Grüße, nicht zu viel Stress, sondern jede Menge Spaß!
Robin“

Dass sie mit „Ela“ unterschrieben hat, hat ihn nicht davon abgehalten sie weiter mit „Frau …“ anzureden, allerdings hat er ihren Nachnamen abgekürzt, was auch ganz süß ist. Außerdem hat es auch mal was, beim „Sie“ zu bleiben. Robin hatte ihr wieder auf ihren Firmen-Account geschrieben, auch wenn sie in ihrer Mail an ihn ihre private E-Mail-Adresse in cc gesetzt hatte. Heute Mittag hat sie ihm nur kurz geantwortet, da sie wegen einer Systemumstellung noch richtig Stress hatte.

„AW: Es kann nur besser werden …
Ihre Mail verführt wieder zu einem Lächeln,
Robin.
Und schön, dass es Ihnen wieder besser geht.
Dies nur kurz, wir haben heute so richtigen Stress hier, Serverumstellung.
Gerne auch mal abends by fon, ich bin allerdings nur unter meiner Handy-Nummer erreichbar – habe aber eine Flat, kann Sie somit zurück rufen, sollten Sie keine haben.
Lieben Gruß
und auch schon mal einen tollen Vatertagsausflug, sofern wir uns nicht vorher noch hören/lesen.
Ela“

Ela hatte zwar ihren eigenen Telefonanschluss in ihrer gemeinsamen Wohnung mit Frank, doch die Nummer wollte sie Robin nicht geben. Auch wenn Frank nie an ihr Telefon geht. Außerdem war sie mit dem Handy flexibler. Sie war die letzte Zeit auch abends häufiger unterwegs oder bei Freundinnen, speziell wenn Frank zuhause war. In der aktuellen Situation legte Ela nicht besonders viel Wert auf Zusammensein und Frank schien das auch nicht zu fehlen.

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