Reha – 4. Kapitel – Diese blauen Augen

(Fortsetzung vom 19. Mai 2016)

Am nächsten Vormittag wartet Lillian auf ihre Jetstream-Massage.

„Und schon wieder so schick!“ hört sie hinter sich. Sie dreht sich um und schaut direkt in diese faszinierenden blauen Augen.

Sie strahlt ihn an „Oh danke. Das ist doch nur ein Sport-Outfit!“ Sie trägt gerade weite Capoeira-Pants in weiß mit seitlichen Streifen in den Farben der brasilianischen Flagge, dazu ein enges schwarzes Sport-Top mit Ringer-Rücken, das ihre schönen leicht muskulösen Schultern frei lässt.

„Nicht nur darin, auch sonst bist du immer schick.“ antwortet er.

Dann wird Lillian auch schon für ihre Massage aufgerufen. Sie verabschiedet sich mit „Wir sehen uns.“

„Bis später.“ sagt er.

Als Lillian auf dem Wasserbett liegt und ihre Jetstream-Massage genießt, lächelt sie immer noch. Da muss sie ihm doch wohl auch am gestrigen Tage mal über den Weg gelaufen sein, sie hatte ihn allerdings nicht bemerkt.

Heute ist er nicht mit einem Rollator unterwegs gewesen. Die Schiene am Schienbein trägt er immer noch, aber anscheinend hat er Fortschritte gemacht und kann nun ohne Unterstützung laufen.

Lillian sitzt am Nachmittag schon eine Weile in der Sonne, auf einer Bank am Rand der Liegewiese, sie ist am Schreiben. Sie sieht ihn, wie er langsam mit einem Paar, etwas jünger als er, anscheinend Gäste, über die Wiese läuft. Die drei setzen sich auf eine und scheinen sich zu unterhalten. Lillian schreibt weiter, schaut ab und zu verstohlen zu den dreien hinüber.

Kurz vor dem Abendessen stehen die drei auf, sie kommen auf Lillian zugeschlendert. Er fragt „Hi, schreibst du mir etwa schon einen Brief?“

Sie muss lachen „Eine Kladde ist etwas ungeeignet dafür. Ich mag keine Seiten rausreißen.“

Er stellt ihr seinen Bruder und dessen Freundin vor. Sie stellt sich mit „Lilli“ vor, er nennt seinen Namen nicht.

Er sagt, dass sein Besuch jetzt wieder fahren würde und fragt sie, ob sie mit zum Abendessen kommen würde, an seinem Tisch seien noch Plätze frei. Lillian freut sich und sagt zu. Während sie langsam hinter seinem Bruder und Freundin zur Klinik zurückgehen, fragt sie sich, warum er sich nicht vorgestellt hat. Wollte er vielleicht bei seinem Bruder nicht den Eindruck erwecken, dass er Lillian noch gar nicht näher kennt?

„Ich bin übrigens Chris.“ Sagt er leise, so dass es außer ihr niemand hören kann. Da scheint Lillian mit ihrer Vermutung wohl richtig zu legen.

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