Reha – 11. Kapitel – Angebot abgelehnt

(Fortsetzung vom 8. Juni 2016)

Er zieht den Bademantel aus. Lillian guckt neugierig. Sie sieht einen Rücken, der so gar nicht definiert ist, einfach nur eine Fläche, sicherlich richtig weich anzufühlen. Über der Badehose quillt Hüftspeck. Der Po ist zu erkennen, aber knackig ist anders. Auch die Beine sehen untrainiert aus.

Roland hatte erzählt, dass Sport zu seinem Leben gehöre, er aber durch die Bauch-OP vor sechs Monaten gerade nicht viel machen könne. Der Körper, den Lillian da sieht, macht nicht den Eindruck, als wäre er noch vor einem halben Jahr sportlich trainiert worden.

Lillian muss sich wieder ihrer Wassergymnastik-Therapeutin zuwenden und hat keine Möglichkeit Roland auch noch von vorn zu sehen, während er zu seiner Therapie zum anderen Becken geht. Angezogen hat Roland nur einen etwas stämmigen Eindruck gemacht. Gegen stämmig ist ja nichts einzuwenden, das kann auch wohlgeformt und sexy sein. Seine Sweatshirts und anscheinend sorgsam ausgewählten Jeans haben nicht ahnen lassen, was sich darunter verbirgt.

Als Lillian nach der Therapie aus dem Becken steigt, hat sie doch noch die Möglichkeit Rolands Körper von vorn zu betrachten. Sie sieht einen deutlichen Bauch und … einen Ansatz von Titten. Oh nein! Die Rückenansicht war ja schon unsexy, aber die Vorderansicht setzt nun noch einmal einen drauf. „Das geht gar nicht!“ denkt Lillian. Und dazu hat er dann noch eine von diesen knappen Badehosen an, die – außer bei Schwimmprofis (tragen die die überhaupt noch?) – verboten gehören!

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist etwas anderes. Wie konnte der Kerl bloß darauf kommen, dass Lillian möglicherweise ein sexuelles Interesse an ihm haben könne? Roland wollte Lillian ja bei ihrer Verabschiedung nach dem Spaziergang am Samstag einreden, dass ihre Körpersprache ihm vermitteln würde, dass sie ihm gegenüber offen sei, sich vielleicht sogar zu ihm hingezogen fühle.

Lillian hatte eigentlich keine Lust mehr, sich überhaupt mit Roland über so ein Thema zu unterhalten. So sagte sie ihm nur noch, dass er da wohl etwas falsch interpretieren würde und sie mit der Liebe ihres Lebens glücklich sei. Sie musste dabei an die Geschichte ihrer Jugendliebe und des Wiedersehens denken, ihr Blick war verträumt.

Roland ließ nicht locker „Du bildest dir nur ein, glücklich zu sein. Wenn du dich dann in drei Monaten von ihm getrennt hast, kannst du dich gerne bei mir melden.“

Lillian lachte „Das wird bestimmt nicht passieren.“ und ging. Sie ließ offen, ob es sich um eine mögliche Trennung oder das Melden bei ihm ging. Der Kerl war echt unglaublich!

 

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