Daniel – Komm doch mit nach Dresden

Manuela stockt der Atem. „Ich könnte dich ja auch mit in meinem Zimmer unterbringen.“ hat Daniel gerade zu ihr gesagt. Daniel, ihr attraktiver Kollege aus dem Investment-Team, mit dem die Gespräche oft ein wenig Richtung Flirt abdriften.

Daniel hatte Manuela bereits im Sommer gefragt, ob sie Lust hätte, einen Tag mit nach Dresden zu kommen, da er ab mittags dort einen Termin hätte und sie im Auto mitnehmen könne. Dann müsste er nicht alleine fahren und sie könnte einen schönen Nachmittag in Dresden verbringen. Ela fand die Idee klasse, nach Dresden wollte sie schon immer mal. Der Termin passte allerdings nicht. Daniel sagte, er hätte öfter mal dort zu tun und er würde ihr wieder Bescheid geben.

Anscheinend hatte Daniel gerade den Termin rein bekommen, denn er kam mit seinem Filofax und Stift in der Hand in Manuelas Büro. „Ich wollte dir doch Bescheid geben, wenn ich wieder nach Dresden muss. Am 12. Dezember ist es soweit. Kommst du mit?“

„Oh, das ist ja noch ne Weile hin und im Dezember ist’s ja auch recht kalt. Muss ich das sofort entscheiden?“ antwortete Manuela, nachdem sie einem Blick in ihren Outlook-Kalender geworfen hatte und außer einem Termin mit ihrem Personal Fitnesstrainer keinen Termin an dem Tag gefunden hatte.

„Nein, das hat noch Zeit. Das ist übrigens ein Montag, mein Termin ist allerdings schon sehr früh. Somit wäre es besser, bereits am Sonntagnachmittag zu fahren. Aber das können wir machen, wie es dir passt.“

Ein Abend mit Daniel in Dresden wäre schon schön. Auch wenn Manuela sich noch gut überlegen müsste, wie sie das Frank beibringt. Und zu teuer sollte es auch nicht werden. Der Montag zur Stadtbesichtigung wäre nur gut, wenn das Wetter einigermaßen passt.

„Wie sieht das denn mit dem Hotel aus, ist das ein hochpreisiges?“ fragte sie Daniel.

„Wir werden zu den Meetings immer in einem guten Hotel untergebracht, das ist diesmal wohl auch direkt in der Innenstadt. Du kannst dir so auch gut die Stadt anschauen.“ und dann kam der Satz „Ich könnte dich ja auch mit in meinem Zimmer unterbringen.“, Daniel schaute dabei in seinen Filofax, statt Manuela anzusehen.

Manuelas Gedanken überschlagen sich fast. Sie ist ja ein Typ, der grundsätzlich gar nichts dagegen hat, mit jemand ein Zimmer oder Doppelbett zu teilen. Das hat sie schon immer gemacht. Nur ist das in den letzten eineinhalb Jahren nicht mehr vorgekommen, seitdem sie mit Frank zusammenlebt. Früher hatte häufiger mal ein guter Freund bei ihr übernachtet, wenn er in Berlin zu Besuch war oder man einfach bis spät in die Nacht um die Häuser gezogen ist.  Da es in ihrem Apartment auch keine andere Schlafmöglichkeit gab, hat der Kerl dann auch einfach mit ihr das 140 cm breite Bett mit der 220 x 240 cm großen Decke geteilt. Mit Freundinnen hat sie das nicht anders gemacht. Und wenn sie mit einem guten Freund in Urlaub gefahren ist, haben sie sich aus Kostengründen auch immer ein Doppelzimmer geteilt. Doch nun lebt sie mit Frank zusammen. So, wie Manuela ihn einschätzt, würde er das nicht so gut finden, wenn sie mit Daniel ein Zimmer teilt.

„Du, ich muss erstmal sehen, was dann am Wochenende für Termine anstehen und sag dir später Bescheid. Okay? Ich würde schon gerne mitkommen.“ sagt sie zu Daniel und schaut ihn dabei direkt an. Sie ist froh, dass sie nicht rot geworden ist, als er ihr die Übernachtung in seinem Zimmer angeboten hat.

Wohl um ihr die Entscheidung einfacher zu machen, sagt Daniel noch „Wir können auch am Montag ganz früh fahren. Überleg es dir.“. Anscheinend hätte er Manuela wirklich gern dabei.

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