Daniel – Die Umstände

Jetzt hat sie sich doch noch Franks Erkältung eingefangen. Bis Donnerstag war noch alles in Ordnung. Doch nun … Freitag fing dann der Schnupfen an. Samstagmorgen war es auch nur Schnupfen, ansonsten fühlte sich Manuela richtig fit. So ist sie nach Friedrichshain zum BodyCombat gefahren. Nach dem 3. Track fühlte sich das aber gar nicht mehr gut an, ihr wurde heiß, was völlig ungewöhnlich war. Also brach sie das Training ab, dehnte sich noch ordentlich. Zwei Durchgänge Dampfbad taten ihr und besonders ihrer Nase gut.

Nun ist sie mit Lillian zum Kochen verabredet. Sie müssen mal ausnutzen, dass Lillian allein in der Stadt ist und Manuela auch mal einen Samstagabend ohne Mann hat. Sonst treffen sie sich eher zu viert, wenn Peter Lillian mal in Berlin besucht.

Lillian macht es nichts aus, das Essen alleine vorzubereiten. Manuelas Gesellschaft reicht ihr. Manuela tut es einfach gut, nur in Lillians Küche zu sitzen, die Beine hochzulegen und nichts zu tun. Den üblichen Aperol Sprizz will sie heut nicht. Sie hat einen guten Tempranillo mitgebracht. Zum Thai Curry würde zwar besser ein Weißwein passen, aber das ist Lillian und Manuela egal. Der Rotwein fühlt sich weich und rund an, genau richtig bei einem leichten Kratzen im Hals.

Lillian und Manuela hatten sich die letzten Tage nicht gesprochen. Lillian ist ganz gespannt, zu erfahren, ob Manuela nun mit Daniel nach Dresden fährt. Manuela hatte vor einer Weile gesagt, sie würde es auch wetterabhängig machen und die Wetteraussichten sind ja gerade nicht so doll. Dass es kalt werden würde, das war klar, aber Regen ist unschön für einen Städtetrip.

Manuela hatte sich die ganze Woche Gedanken gemacht, ob sie auch bei schlechtem Wetter fahren würde. Sie würde sich so gerne mal mit Daniel in Ruhe unterhalten, mehr über ihn erfahren. Außerdem ist sie neugierig, wie seine Ehe läuft, ob er überhaupt noch mit seiner Frau zusammen ist. Zum anderen gibt es auch noch die Möglichkeit, dass Daniel ihr vielleicht über seine Kontakte als Investment-Director bei der Suche nach einem Job im Management behilflich sein könnte. So war ihr Mitte der Woche das Wetter schon ziemlich egal. Sonntagabend würden sie eh zusammen Essengehen und vielleicht noch in eine Bar, da war das Wetter egal. Und am Montag würde sie gemütlich irgendwo frühstücken gehen und dann vielleicht etwas Shoppen gehen.

Also sagte Manuela am Mittwoch Daniel zu. Er freute sich, fragte, ob es ihr passen würde, wenn sie gegen 15 Uhr starten würden. Das war dann also abgemacht.

Am Donnerstag kam Daniel mit der Nachricht zu ihr, dass im Vorlauf zu seinem Meeting ein Dinner für Sonntagabend angesetzt worden war, an dem er eigentlich teilnehmen müsste. Er könnte es zwar auch absagen, aber das Dinner wäre aufgrund der möglichen Gesprächskontakte schon wichtig für ihn. Daniel tat es total leid „Jetzt habe ich dir dein Wochenende verdorben. Hm, vielleicht kommst du trotzdem mit und machst Sonntagabend auch was allein in Dresden.“

Ja, das war nun schade. Ganz spontan sagte Manuela, dass sie – gerade auch bei den schlechten Wetteraussichten – keine Lust habe, den Sonntagabend allein in Dresden zu verbringen. Dann müssten sie eben irgendwann einen anderen Termin finden.

Und jetzt hat sie diese Erkältung. Da ist sie sogar recht froh, dass der Ausflug mit Daniel ausfällt. Das würde sie total ärgern, wenn sie wegen dieser Erkältung – die sie obendrein auch noch von Frank hat – den Ausflug hätte absagen müssen. Eigentlich kann sie schon fast darüber lachen. Es sollte wohl einfach nicht sein.

Heute Morgen hatte sie auch noch eine Nachricht von Daniel bekommen: „Jetzt hab ich mir auch noch eine Erkältung geholt, so dass ich sowieso keine tolle Begleitung wär. Hab aber trotzdem ein schlechtes Gewissen, weil ich dir das Wochenende vermasselt habe. Mach ich mal wieder gut! Sorry. Dan.“

Oh wie süß von ihm, und wie blöd, dass er nun auch eine Erkältung hat. Manuela überlegt schon, ob sie ihm vorschlagen soll, dass sie ja nächste Wochen an einem Abend zusammen Essengehen könnten. Doch dann lässt sie das, das findet sie doch zu direkt. Sie antwortet nur „Mein Schnupfen ist leider auch nicht besser geworden, somit wäre ich auch keine gute Begleitung. Du hast mir nix vermasselt, ich werde den Abend nutzen und eine Freundin treffen, die ich länger nicht gesehen habe. Dann gib deiner Erkältung keine Chance, dass sie ausartet. Bussi. Ela.“

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