Daniel – Das Date

Prima Timing! Daniel und Manuela treffen zeitgleich vorm CARLOS ein.

Daniel ist etwas verschwitzt, er sagt „Ich habe mich mit der Zeit etwas verschätzt, musste ganz schön in die Pedale treten, um pünktlich zu sein.“

Noch bevor sie nach einem Parkplatz für ihre Fahrräder gucken, gibt ihr Daniel einen Kuss. Manuela wollte ihn mit dem – im Büro natürlich nicht, aber sonst – üblichen Bussi-Bussi begrüßen, Daniel wollte sie anscheinend auf den Mund küssen. So landet sein Kuss auf ihrem Mundwinkel. Beide lachen, Manuela aus Verlegenheit, Daniel bestimmt auch.

Netterweise gibt es draußen noch einen Platz für die beiden, sogar einen recht ruhigen. Sie setzen sich gegenüber. Daniel fragt, was sie trinken möchte. Manuela hat Lust auf nen Wein, vielleicht besser nen weißen, roter macht zu schnell müde. Also vertiefen sie sich in die Karte. Nach Auswahl der Getränke, beraten sie über die Tapas. Sie werden sich schnell einig, bestellen die Tapas-Variationen. Sicherlich auch deshalb, damit sie sich nicht weiter mit der Speisekarte beschäftigen müssen.

Manuelas Nervosität ist weg, sie fühlt sich wohl in Daniels Gegenwart. Ihr gefällt auch sein Outfit. Es ist wohl das 1. Mal, dass sie ihn in Jeans sieht. Vorhin, als er sein Rad angeschlossen hat, konnte sie feststellen, dass er genau den richtigen Cut für seine schlanke Figur trägt. Dazu ein paar stylische schwarze Lederschuhe (kein Business-Style) und einen dünnen recht engen schwarzen Pulli. Geschmack hat er.

Manuela muss jetzt doch mal fragen, wie es kommt, dass er sich heute, auf einem Samstagabend mit ihr treffen kann. Dabei schaut sie ihn direkt an und er weicht ihrem Blick auch nicht aus. Sein Sohn ist gerade da, der studiert sonst in London und ist, jetzt wo er hier ist, eh ständig unterwegs. Und seine Tochter, wenn auch erst 15, ist heute bei ihrem Freund und bleibt dort über Nacht, erzählt er.

Jetzt muss sie mal ganz direkt fragen „Und deine Frau?“

„Die ist gerade mit einer Freundin in unserem Haus in Italien. Gerade so Anfang Sommer muss da auch mal einer von uns nach dem Rechten sehen.“

Manuela seufzt innerlich. Ein paar mehr Informationen zur Situation zwischen Daniel und seiner Frau hätte sie schon gern.

In der Vorwoche war sie zusammen mit Daniel lunchen. Irgendwie kamen sie auf das Thema Testament. Manuela erzählte, dass sie ihren Eltern schon vor einer Weile empfohlen hatte, ein Testament zu machen, dass sie gegenseitig als Alleinerbe einsetzt. Manuelas Eltern haben nicht besonders viel Geld und der verbleibende Ehepartner hat dann nicht die Möglichkeit, die Anteile vom Haus an die Kinder auszuzahlen.

Daniel sagte, dass das für ihn keine gute Lösung sei. Das Vermögen sei zum überwiegenden Teil seins und ihm ist wichtig, dass seine beiden Kinder dann versorgt seien. Er kenne das schon, die Witwe hätte umgehend einen Neuen und dann würden die Kinder das Nachsehen haben.

Manuela fand die Aussage ganz schön krass. Später überlegte sie dann, dass die Lösung für Daniel und seine Kinder sicher besser ist. Doch wie Daniel sich dazu geäußert hatte, das fand sie ganz schön heftig. Er kann sich seine Frau in dem Fall wohl nicht als trauernde Witwe vorstellen.

Nachdem sie noch eine Weile über die heutzutage doch frühreiferen Teenager und speziell auch Daniels Kids gesprochen hatten, meinte Daniel, er würde Manuela schon etwas beneiden. Sie sei frei, könne machen was sie wolle und leben wo sie wolle.

Manuela lacht „Na, ganz so einfach ist das nicht. Ich würde ja gern irgendwo hinziehen, wo es wärmer ist, doch Geld verdienen muss ich ja auch.“

„Ich will vielleicht jetzt noch ein paar Investments eingehen, doch wenn meine Tochter dann studiert, dann will ich auch weg hier.“

„Gehst du dann in dein Haus nach Italien?“

„Nein, da ist es zu kalt. Vielleicht nach Südafrika, Kapstadt oder nähere Umgebung.“

Das wusste Manuela gar nicht, dass Daniel auch nicht hierbleiben will. Eine schöne Gemeinsamkeit denkt sie und sagt „Kapstadt, Stellenbosch und auch die Küste ist schön, ich war ja auch schon dreimal da. Wenn wir hier Winter haben ist da wenigstens richtiger Sommer, nicht so verwaschen, wie hier in Deutschland. Aber das kann ich mir wohl nicht leisten. Man braucht schon ein recht hohes regelmäßiges Einkommen um ein Retirement-Visum zum bekommen, auch wenn man noch kein Rentner ist. Dafür reicht‘s leider nicht. Außerdem ist Südafrika schon echt weit weg. Die Kanaren wären cool, prima Klima und außerdem EU.“

„Ja, die Kanaren wären auch was, das kann ich mir vorstellen. Damit habe ich mich aber noch nicht näher beschäftigt.“

„Auf den Kanaren könnte ich vielleicht auch nur ein Teil des Jahres leben, solange ich noch gut Geld verdienen muss, um auch später gut leben zu können.“

Sie reden noch eine Weile übers Auswandern und Manuela erzählt, dass ihre Freundin Tanja so Ideen hat, wie zusammen ein Gästehaus aufzumachen, Segelkurse und Koch-Events. Alles ganz schön, bei entsprechender Vorbereitung. Allerdings fehlt es da dann doch am nötigen Geld.

Dann kommt Daniel wieder auf das mögliche Treffen in Garmisch zu sprechen. „Das wäre schon toll, wenn wir uns da zwei Tage treffen könnten. Mit Dresden hat das ja damals leider nicht geklappt. Da hätt ich schon gern einen Tag mit dir verbracht.“ Und mit einem Grinsen fährt er fort „Aber ich weiß ja nicht, wie ich mich verhalten hätte, wenn du neben mit im Bett gelegen hättest.“

Manuela grinst zurück, sagt erstmal nichts. Zum Glück kommt gerade der Kellner. Daniel bestellt für sie beide noch einmal Wein nach. Manuela kommt dann noch einmal darauf zurück, dass sie ja eigentlich mit Frank in den Urlaub fahren will.

Daniel fragt nach, wo das Problem liegt und sie erläutert ihm, warum es so schwierig ist, so etwas mit Frank zu planen.

Daniel grinst „Dein Freund setzt die falschen Prioritäten. Wenn ich die Chance hätte, mit einer Frau wie dir in den Urlaub zu fahren, würde ich alles daran setzen das möglich zu machen.“

Was soll Manuela nur zu so etwas sagen? Ist Daniel nur ein Charmeur oder ist das doch schon eine Art Flirt, was Daniel da versucht. Sie ist hin- und hergerissen. Soll sie sich auf dieses Wortgeplänkel einlassen oder besser ernsthaft weiter reden.

Zur Vorgeschichte, siehe die anderen Beiträge in der Kategorie Ela oder unter dem Schlagwort Daniel.

Was meinst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s