Spätsommer in der Stadt – ohne Mann

Dank Schlafmaske hatte ich etwas länger als bis Sonnenaufgang geschlafen und war damit um 07:45 Uhr wach. Es ist Samstag und mein Wecker hat nicht – wie unter der Woche üblich – um 06:45 Uhr geklingelt. Schlafen gegangen war ich kurz nach Mitternacht. Wie jeden Abend hatte ich noch mit Peter telefoniert und gestern war das Gespräch etwas länger geworden.

Ich freue mich über mein Wochenende allein in Berlin. Die letzten fünf Wochen war ich immer zu Peter nach Lauenburg gefahren, doch nun war es mal wieder Zeit, ein Wochenende in Berlin zu verbringen. Ich hatte Peter gefragt, ob er kommen wolle, doch er wollte lieber zum 30. Geburtstag des Freundes seiner Tochter gehen. Er hatte erwartet, dass ich darüber enttäuscht bin oder sogar eher noch erwartet, dass ich doch nach Lauenburg kommen und mit ihm auf die Party gehen würde. Doch mir passt es sogar gut, dass Peter etwas vorhat, so habe ich ein Wochenende für mich allein!

Heute Morgen wollte ich Nordic Walken gehen. Allerdings nicht in Shorts, dafür war es nun plötzlich zu kalt geworden. Leider musste ich feststellen, dass meine 7/8-Tights wohl alle in Lauenburg waren. Ich finde es generell recht frisch heute Morgen und da ich gestern Abend noch bei Body Combat war, ist es auch völlig okay nicht für zwei Stunden in den Tiergarten zu ziehen. Die Alternative, auf den Winterfeldtmarkt zu gehen ist eh viel verlockender. Also nur ein paar Beckenbodenübungen und nach der Dusche einen Kaffee und dann mit dem Rad zum Markt. Obwohl ich ja auch zu Fuß gehen könnte …

Es ist schön, mal wieder über den Markt zu bummeln, mein Lieblingsbrötchen zu kaufen und mich von den Angeboten inspirieren zu lassen. Ich habe nämlich noch keine Pläne, was ich am Wochenende essen könnte. Das ist schon einfacher in Berlin. In Lauenburg muss ich mir am besten schon auf der Fahrt zu Peter Gedanken machen, was wir alles brauchen und wo wir es am besten einkaufen können. Und dann sollten wir das bereits am Freitag noch einkaufen, damit wir Samstag nicht erst um 13 Uhr frühstücken.

Nachdem ich meine Einkäufe im Kühlschrank untergebracht habe, mache ich es mir mit einem Kaffee und meinem Brötchen am Schreibtisch gemütlich und lerne mit Duolingo etwas Spanisch.

Eigentlich ist es ganz schön, dass es nicht mehr so warm ist und die Sonne nicht heftig vom Himmel knallt. Ich kann einfach in der Wohnung bleiben und habe kein schlechtes Gewissen, dass ich nicht raus gehe. Ich kann in Ruhe die Waschmaschine laufen lassen, was lesen, mich um meine Schönheitspflege kümmern … und das alles ohne irgendwelche Hektik.

Dieser Sommer war lang, und jede Woche wieder haben wir alle gedacht, bestimmt wird es nächste Woche abkühlen. Daher musste man natürlich das gute Wetter nutzen. Statt ins Fitnessstudio bin ich Inlineskaten oder Nordic Walken gegangen, manchen Abend mit dem Rad zum Chillen und Spanisch Lernen an den Halensee gefahren. Bin nach Potsdam zu Mona zum Grillen rausgefahren oder hab mich mit Christian auf nen Wein auf meinem Balkon oder auf nen Cocktail vorm Mr. Hu getroffen.

Das 2. Treffen mit Christian war dann Peter schon einmal zu viel und das 3. Treffen morgen bei mir zum Pizzabacken erst recht. „Warum musst du denn schon wieder Christian treffen?“

Peter kennt Christian von diversen privaten Events in Berlin, Christian war auch mit seiner Frau auf unserer Hochzeitsparty gewesen. Früher – bevor ich mit Peter zusammengekommen bin – waren Christian und ich (und andere, z. B. Mona) oft Biken oder Bouldern. Seitdem ich so ziemlich jedes Wochenende in Lauenburg verbringe und meine Bikes auch dort sind, findet das nicht mehr statt. Peter mag Christian, aber es macht ihm jetzt wohl Sorgen, weil Christian sich von seiner Frau getrennt hat. Deshalb wohnt er auch übergangsweise in der Wohnung meines Ex-Freundes Roland, der momentan nicht da ist. Die Wohnung ist keinen km von mir weg. Da bietet es sich natürlich an, sich häufiger zu treffen und auch zusammen zu kochen. Außerdem braucht Christian jemanden zum Reden. Er hat zwar die Trennung herbeigeführt, aber glücklich ist er damit nicht.

Peters – unbegründete – Eifersucht geht mir echt auf den Keks. Aber auch wie ich beteure, dass er mein Mann und der Einzige für mich ist, helfen tut das nicht. Peter hat mir in unseren Gesprächen schon manchmal übermittelt, dass er es gar nicht versteht, wie er eine so tolle Frau bekommen konnte. Er fühlt sich wohl nicht wertig genug für mich. Wahrscheinlich hat er mir aus diesem Grund auch direkt nach vier Wochen einen Heiratsantrag gemacht.

Auch wenn ich sage, die Eifersucht geht mir auf den Keks, lange mache ich mir keine Sorgen darum. Da muss Peter einfach mit klarkommen, denke ich.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Spätsommer in der Stadt – ohne Mann

  1. Ich kann Dich voll verstehen, dass es auch mal schön ist ein Wochenende in deiner Stadt zur freien Verfügung zu haben.
    Genieße es auf jedem Fall! Und danach genießt Du wieder das Beziehungswochenende. Aber so eine Zeit nur für sich ist auch mal toll, keine Frage.

    Gefällt 1 Person

Was meinst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.