Weiße Söckchen

Rote Sandalen hatte ich. Ich weiß nicht, ob ich sie mir selbst ausgesucht hatte. Ich denke, es waren Elefanten-Schuhe. Das waren damals die ultimativen Kinderschuhe. Auch wenn meine Eltern nicht viel Geld hatten, bei Schuhen, besonders für ihre Tochter, legte meine Mutter Wert auf Qualität. Wohl aus eigener schlechter Erfahrung, denn ihre Zehen waren wegen zu engen Schuhen ein wenig verformt.

Kleine Mädchen, wie ich, trugen damals weiße Söckchen, meist zu weißen Sandalen. Es waren eigentlich immer weiße Söckchen, natürlich auch zu den roten Sandalen. Irgendwann hatte ich dann auch mal geringelte Söckchen.

Als ich in der Grundschule war, mussten es dann Kniestrümpfe sein. Wahrscheinlich schickte es sich nicht mehr, Söckchen zu tragen. Aus dem Alter war man wohl raus. Die Kniestrümpfe fand ich oft etwas nervig, auch wenn ich schön gemusterte hatte, denn sie rutschten meist. Damit sie auf den Unterschenkeln besser hielten, schlug man den oberen Bund um und fixierte ihn darunter mit einem Band aus Gummilitze.

Im Teenageralter waren eher lange Jeans angesagt. Irgendwie zeigten wir Mädchen da auch im Sommer nicht so gerne die Beine. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, ob ich dazu Socken oder Kniestrümpfe trug. Hatte ich damals überhaupt noch Sandalen? Auch in den 70ern war es schon wichtig, die richtigen Turnschuhe von Adidas oder Puma zu tragen.

Mit Anfang 20 trug ich dann im Sommer doch wieder knappe Shorts, die wir Hot Pants nannten. Dazu dann aber dicke Aerobic-Socken in Chucks, oder später Vans Sk8Hi. Ich fand meine Fesseln im Vergleich zu den sportlich-kräftigen Waden zu zierlich und wollte sie lieber verstecken, also mussten dicke Socken her. Die Aerobic-Socken waren nicht so einfach zu kriegen und echt teuer, aber sie mussten sein. Lediglich in Ballerinas zu 7/8 Hosen, die dann die Waden kaschierten, zeigte ich meine schmalen Fesseln.

Inzwischen habe ich mich mit meinen zierlichen Fesseln angefreundet und finde, dass sie prima zu meinen langen schlanken Beinen passen. Stiefel kann ich nur mit schmalem Schaft kaufen, damit sie nicht zu weit sind. Das hat mir dann bestätigt, dass ich doch nicht zu stramme Waden habe, wie ich immer dachte.

Sandalen, ob flach oder High Heels gehen gar nicht mehr mit Strümpfen, egal welcher Art. Und Sneaker trage ich jetzt mit Sneaker-Socken, die man nicht sieht. Es hat lange gebraucht, bis ich mich mit den Proportionen meiner Beine angefreundet habe. Jetzt kann ich darüber lachen, was für Probleme ich damals hatte.

 

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